Nach langer Abwärtsserie
Massiver Insiderkauf und OpenAI-Kooperation: Diese Aktie kennt kein Halten mehr!
Die Anteilsscheine des Ad-Tech-Spezialisten The Trade Desk beenden ihre Korrektur und haussieren am Donnerstag nach einer Reihe guter Nachrichten.
Zuletzt unter die Räder gekommen: The Trade Desk
Die Anteile des in den vergangenen Jahren überaus erfolgreichen Spezialisten für Werbetechnologie The Trade Desk gehörten in den zurückliegenden Monaten zu den am stärksten betroffenen Aktien des Ausverkaufs von Software- und Clouddienstleistungsunternehmen.
Die Furcht vor einer Disruption des Geschäftsmodells nicht nur durch KI-Agenten, sondern auch durch eine wachsende Zahl von Wettbewerbern wie Amazon und AppLovin hat der Aktie seit dem Jahreswechsel Verluste von mehr als einem Drittel beschert. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr steht sogar ein Minus von fast 63 Prozent zu Buche. Erst vor wenigen Tagen war The Trade Desk auf den tiefsten Stand seit fast 5 Jahren gefallen – eigentlich ein klares Verkaufssignal.
Massiver Insiderkauf: CEO kleckert nicht, er klotzt!
Doch am Donnerstag steht die Aktie vor einem gewaltigen Anstieg. Schon am späten Vormittag haussierten die Anteile in der US-Vorbörse um fast 20 Prozent. Grund für die plötzliche Kehrtwende ist zum einen ein massiver Insider-Kauf.
Fast vier Jahre ist es her, dass mit Verwaltungsrat David Wells zum letzten Mal ein Unternehmensvertreter bei der Aktie zugegriffen hat. Jetzt hat nach langer Pause niemand anderes als CEO und Gründer Jeff Green zuschlagen – und 6 Millionen Anteile mit einem Gesamtwert von 148,1 Millionen gekauft, wie aus Unterlagen an die Börsenaufsichtsbehörde SEC hervorgeht.
Partnerschaft mit OpenAI im Anmarsch?
Zum anderen berichtet die als gut informiert geltende Plattform The Information darüber, dass OpenAI an das Werbetechnologieunternehmen herangetreten sein soll und sich in frühen Gesprächen über Unterstützung beim Verkauf von Werbeanzeigen befindet.
Während The Trade Desks automatisierte Verkaufsplattformen unter wachsendem Wettbewerbsdruck stehen, muss OpenAI zur Finanzierung seiner hochdefizitären Geschäfte dringend Monetarisierungsmöglichkeiten schaffen. Hierfür wollen Sam Altman und sein Team offenbar auf die Expertise von The Trade Desk zurückgreifen.
Aktie springt an, 50-Tage-Linie im Visier
Auf einen Doppelschlag an positiven Nachrichten mussten Anlegerinnen und Anleger der Aktie lange warten. Dementsprechend groß ist die Freude in der US-Vorbörse. Die deutlich zweistelligen Kursgewinne katapultieren die Aktie in Richtung von 30 US-Dollar. Das entspricht dem höchsten Stand seit einem Monat und demonstriert, wie tief The Trade Desk zuletzt gefallen war.
Kann die von Leerverkäuferinnen und -verkäufern überdurchschnittlich ins Visier genommene Aktie (Short Interest: 10,8 Prozent) noch etwa mehr draufpacken, könnte der Sprung über die bei 31,78 US-Dollar liegende 50-Tage-Linie gelingen, womit ein erstes prozyklisches Kaufsignal generiert wäre.
Fazit: Da geht noch was!
Mit Blick auf die Fundamentaldaten hat die Aktie selbst nach dem Kurssprung noch einiges zu bieten. Für einen Kurs von 30 US-Dollar liegt das KGVe 2026 bei rund 15, das ist für ein Unternehmen mit einer Wachstumsrate im mittleren bis hohen Zehnerbereich günstig. Auch das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) ist mit 0,49 hochattraktiv.
Dazu kommt eine makellose Bilanz. The Trade Desk ist vollständig schuldenfrei und verfügt über ein Nettovermögen in Höhe von rund 867 Millionen US-Dollar. Angesichts dieser grundsoliden Daten könnte der Kurssprung vom Donnerstag erst der Auftakt zu einer umfangreicheren Erholungsbewegung gewesen sein.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

