5-Billionen-Dollar-Bombe
Die Tage, an denen aus Panik plötzlich wieder Gier werden könnte
Optionsmarkt, US-Steuerrückzahlungen und aggressive Dip-Käufe von Privatanlegern könnten US-Aktien laut Citadel in den kommenden Wochen nach oben treiben.
- Optionsmarkt: Triple Witching stützt Kurse und
- Privatanleger: Dip-Käufe 2,5× stärker als Up!!
- Steuerrückzahlungen und Saison stützen Markt!!
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US-Aktien haben ihre jüngsten Verluste trotz der wachsenden Sorgen über den Konflikt mit dem Iran weitgehend wieder aufgeholt. Ein Stratege sieht sogar mehrere Faktoren, die in den kommenden Wochen für steigende Kurse sprechen könnten. Scott Rubner von Citadel argumentiert, dass eine Kombination aus saisonalen Mustern, Entwicklungen am Optionsmarkt und anhaltender Nachfrage von Privatanlegern den Markt im März stützen könnte.
Rubner zog deshalb seine zuvor vorsichtige Einschätzung zurück und erwartet nun eine Erholung bis zur Monatsmitte. "Wir nehmen unsere taktische bearishe Prognose zurück und sehen Spielraum für eine Erholung bis Mitte des Monats, wobei die Normalisierung der Volatilität als Katalysator wirkt. Wir erwarten Schwankungen bis zum OpEx [Optionsverfall am Terminmarkt] und danach größere Flexibilität, wobei der April ein länger anhaltendes Fenster für eine erneute Risikobereitschaft bieten dürfte", zitiert MarketWatch ihn.
Ein wichtiger Faktor ist der Optionsmarkt. Am 20. März steht ein sogenanntes "Triple Witching" an, bei dem Optionen auf Indizes, Einzelaktien und Futures gleichzeitig verfallen. Laut Citadel laufen dabei Kontrakte mit einem zugrunde liegenden Wert von rund fünf Billionen US-Dollar aus. Insgesamt betreffen diese Termine etwa 35 Prozent der offenen US-Optionspositionen. Wenn diese Positionen auslaufen, könnten Market Maker ihre Absicherungen reduzieren – was dem S&P 500 zusätzlichen Spielraum nach oben geben könnte.
Auch Privatanleger bleiben laut Daten von Vanda Research eine wichtige Stütze für den Markt. Besonders an Tagen mit Kursrückgängen greifen sie häufig zu und kaufen Aktien nach. Rubner zufolge war der durchschnittliche Nettokaufwert auf der Plattform an Tagen mit fallenden Kursen in diesem Jahr rund 2,5-mal so hoch wie an Tagen mit steigenden Kursen. "Die Bereitschaft der Privatanleger, bei Kursrückgängen zu kaufen, war auch Anfang 2026 eine dominierende Kraft", schrieb Rubner.
Weitere Unterstützung könnte aus einer ungewöhnlichen Quelle kommen: Steuerrückerstattungen. Da die Auszahlungen in den USA typischerweise Ende Februar beginnen und aufgrund von Steuererleichterungen in diesem Jahr besonders hoch ausfallen könnten, erwartet Rubner zusätzliche Mittelzuflüsse in risikoreichere Anlagen wie Aktien.
Auch extreme Positionierungen am Optionsmarkt könnten laut dem Strategen einen Aufwärtsimpuls auslösen. Die Nachfrage nach Absicherungen gegen Kursverluste ist zuletzt stark gestiegen. Sollte sich die Nachrichtenlage stabilisieren, könnten Händler diese Absicherungen auflösen und damit zusätzlichen Kaufdruck erzeugen.
Hinzu kommt ein saisonaler Rückenwind. Historische Daten zeigen, dass der S&P 500 seit 1928 im März und April besonders häufig positive Renditen erzielt hat. Beide Monate weisen eine deutlich bessere Erfolgsbilanz auf als der Februar.
Der Markt hat zuletzt bereits erste Anzeichen einer Stabilisierung gezeigt, auch wenn die Vorzeichen am Donnerstag zunächst rot sind. Der S&P 500 stieg am Mittwoch um 0,8 Prozent auf 6.869,50 Punkte. Der Nasdaq Composite legte um 1,3 Prozent auf 22.807,48 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial Average um 0,5 Prozent auf 48.739,41 Punkte kletterte.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

