Rüstung als Option
Nicht Rheinmetall: VW-Panzer statt Passat? Das sagt die VW-Betriebsratschefin!
Volkswagen könnte wieder ins Rüstungsgeschäft einsteigen. Tatsächlich hat der VW-Konzern in der Vergangenheit bereits Erfahrung in diesem Bereich gesammelt. Die Hintergründe.
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Volkswagen (VW) ist für seine Autos bekannt. Doch was wäre, wenn der Konzern bald auch wieder in der Rüstungsindustrie eine Rolle spielen würde? In einem überraschenden Interview hat die Betriebsratschefin Daniela Cavallo angedeutet, dass der Autobauer Rüstungsprojekte in Betracht zieht. "Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung", erklärte Cavallo der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Cavallo betont, dass Europa ein Gegengewicht zur wachsenden militärischen Macht anderer Staaten schaffen müsse. Insbesondere das Volkswagen-Werk in Osnabrück könnte von einer Expansion profitieren. "Wir prüfen alle Möglichkeiten, um den Standort Osnabrück zukunftsfest aufzustellen", sagte sie. Die Rüstungsindustrie sei demnach eine Option, die in Erwägung gezogen werde.
VW und seine Rüstungsdeals
Diese Diskussion kommt nicht von ungefähr: Bereits in der Vergangenheit hat VW über Tochtergesellschaften wie MAN Verbindungen zur Verteidigungsbranche aufgebaut. So produziert MAN in Zusammenarbeit mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall Militärlaster, die weltweit in verschiedenen militärischen Anwendungen zum Einsatz kommen. Insofern ist es nicht abwegig, dass der Mutterkonzern Volkswagen dieses Modell aufgreift und seine Aktivitäten im Bereich der Verteidigungstechnologie erweitert.
Doch was würde das für die Zukunft des Unternehmens bedeuten? Ein Einstieg in die Rüstungsindustrie könnte sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen. Einerseits könnte ein Einstieg in diese Branche zu neuen Einnahmequellen führen und dem Konzern dabei helfen, sich gegenüber den immer stärker werdenden geopolitischen Unsicherheiten zu positionieren. Andererseits könnte dies das Image des Unternehmens als weltweit führender Automobilhersteller, der für Innovation und Nachhaltigkeit steht, beeinträchtigen.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Volkswagenwerk GmbH fast vollständig in einen Rüstungsbetrieb umgewandelt. Ursprünglich war das Werk in Wolfsburg für die Produktion des "KdF-Wagens" (später VW Käfer) geplant, nun wurden dort überwiegend Militärfahrzeuge und Rüstungsgüter für die deutsche Wehrmacht hergestellt. Durch diese Umstellung wurde das Unternehmen ein wichtiger Teil der Kriegswirtschaft, wobei auch Zwangsarbeiter in den Werken eingesetzt wurden.
Im frühen Freitagshandel an der Börse Stuttgart liegt die Volkswagen-Vorzugsaktie knapp ein Prozent im Plus. Ein Anteilsschein kostet derzeit 93,82 Euro (Stand: 07:45 Uhr).
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

