Iran-Konflikt treibt Ölpreise
Trumps riskante Wette: Steigende Spritpreise? "Dann steigen sie eben"
Der Iran-Konflikt treibt Öl- und Benzinpreise nach oben. Präsident Donald Trump zeigt sich unbeeindruckt – obwohl Berater im Weißen Haus Alarm schlagen.
- Iran-Konflikt treibt Öl- und Benzinpreise an!!!
- Trump gelassen: Militär geht vor Benzinpreisen
- Weißes Haus sucht Gegenmaßnahmen gegen Preise.
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Der militärische Konflikt mit Iran treibt die Energiepreise nach oben. Doch US-Präsident Donald Trump zeigt sich demonstrativ gelassen, wie Reuters berichtet. Steigende Benzinpreise bereiten ihm nach eigenen Worten keine Sorgen. Priorität habe die Militäroperation.
In einem Exklusivinterview mit Reuters sagte Trump: "Ich habe keine Bedenken diesbezüglich." Die Preise würden rasch wieder sinken, sobald der Einsatz beendet sei. "Sie werden sehr schnell fallen, wenn dies vorbei ist, und wenn sie steigen, dann steigen sie eben, aber das ist weitaus wichtiger als ein leichter Anstieg der Benzinpreise."
Ölpreise reagieren auf Krieg
Seit Beginn der Kampfhandlungen am Samstag sind die globalen Ölpreise um 16 Prozent gestiegen. Der Konflikt belastet vor allem Lieferketten aus dem Nahen Osten.
Auch US-Autofahrer spüren den Effekt bereits. Nach Daten der Reiseorganisation AAA stieg der landesweite Durchschnittspreis für Benzin binnen einer Woche um 27 Cent auf 3,25 US Dollar pro Gallone. Das sind 15 Cent mehr als vor einem Jahr.
Trump relativiert die Entwicklung dennoch. Die Kosten "sind nicht sehr stark gestiegen".
Weißes Haus sucht nach Lösungen
Hinter den Kulissen wächst allerdings der Druck. Laut Regierungsvertretern arbeitet das Energie- und Sicherheitsteam des Weißen Hauses intensiv an Maßnahmen gegen steigende Preise. Die Stabschefin warnte intern sogar, Untätigkeit könne für die Republikaner bei den Kongresswahlen "katastrophal" werden.
Außenminister Marco Rubio kündigte zwar ein Maßnahmenpaket an. Bisher beschränkt sich die Regierung jedoch vor allem auf staatlich unterstützte Risiko-Versicherungen für Öltanker und mögliche Marineeskorten durch die Straße von Straße von Hormus.
Trump schloss im Gespräch mit Reuters zudem aus, kurzfristig auf die Strategische Erdölreserve der USA zurückzugreifen – den größten staatlichen Notvorrat an Rohöl weltweit. Gleichzeitig zeigte sich der Präsident überzeugt, dass der für den globalen Ölhandel zentrale Seeweg durch die Straße von Hormus offen bleiben wird. Zur Begründung sagte er, die iranische Marine liege bereits "auf dem Meeresgrund".
Wenige politische Optionen
Branchenvertreter sehen begrenzte Handlungsspielräume. Ein Energie-Manager sagte gegenüber Reuters: "Wenn man sich die Palette der politischen Optionen im Inland oder in anderen Ländern ansieht, können diese zwar hilfreich sein, aber sie bewirken keine großen Veränderungen." Die wichtigste Aufgabe sei daher, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu stabilisieren.
Intern diskutiert die Regierung zusätzlich über eine vorübergehende Aussetzung der bundesweiten Benzinsteuer oder lockerere Umweltvorschriften für Sommer-Benzin. Auch eine Freigabe von Öl aus der strategischen Reserve stand zur Debatte.
Trump erteilte diesem Schritt jedoch vorerst eine Absage.
Politisches Risiko vor den Wahlen
Steigende Lebenshaltungskosten sind bereits ein zentrales Thema für viele US-Wähler. Politische Analysten warnen deshalb, dass dauerhaft hohe Benzinpreise den Republikanern bei den Zwischenwahlen im November schaden könnten.
Trotzdem spielen führende Parteivertreter die Risiken herunter. Auch der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, weist Sorgen über höhere Spritpreise zurück.
Im Weißen Haus setzt man stattdessen auf eine schnelle militärische Lösung. Trump selbst rechnet mit einer Kampagne von vier bis fünf Wochen – eine Einschätzung, die viele Militär- und Politikexperten allerdings anzweifeln.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

