Top-Analyst bullish
Amazon vor Aufschwung? Anthropic-Wachstum zeigt Potenzial der KI-Investitionen
Die BofA sieht bei Amazon wachsendes Kurspotenzial, da die starken Anthropic-Zahlen zeigen, dass sich die Milliardeninvestitionen in KI schneller auszahlen könnten.
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Der explosive Wachstumskurs des KI-Start-ups Anthropic weckt vor allem auch neue Hoffnungen auf zusätzlichen Rückenwind für den Tech-Giganten Amazon.
Ein Bericht von Bloomberg zeigt, dass die jährlich wiederkehrenden Umsätze (ARR) von Anthropic inzwischen auf nahezu 20 Milliarden US-Dollar zusteuern. Damit hätte sich das Umsatzniveau innerhalb kurzer Zeit nahezu verdoppelt.
Nach Einschätzung der Bank of America könnte der Umsatzanstieg ein entscheidender Beleg dafür sein, dass die milliardenschweren Investitionen der großen Cloud-Anbieter in Rechenzentren und künstliche Intelligenz langfristig Früchte tragen.
Anthropic-Boom könnte KI-Sorgen bei Amazon zerstreuen
Die Aktie von Amazon steht exemplarisch für diese Entwicklung. Von Jahresbeginn bis Anfang März hat die Amazon-Aktie rund sechs Prozent verloren. Insbesondere der massive Ausbau von Rechenzentren hat in den vergangenen Monaten Sorgen ausgelöst, dass Big Tech zu aggressiv in neue Kapazitäten investiert.
Bank-of-America-Analyst Justin Post sieht in den neuen Anthropic-Zahlen jedoch ein starkes Gegenargument zur Skepsis.
"Wir sehen die jüngste Beschleunigung beim ARR von Anthropic als positives Signal für alle Hyperscaler und als möglichen Faktor, der die jüngsten Bedenken im Sektor bezüglich der Unsicherheit bei den Investitionsausgaben reduzieren könnte", schrieb Post in einer Mitteilung.
Amazon Web Services als möglicher Hauptprofiteur
Besonders relevant ist die Entwicklung für Amazon Web Services (AWS), die Cloud-Sparte des Konzerns und einer der weltweit größten Anbieter von Rechenkapazität. AWS stellt Infrastruktur für zahlreiche KI-Unternehmen bereit und gilt als zentraler Partner für viele Start-ups im Bereich generativer künstlicher Intelligenz.
Sollte ein erheblicher Teil der Workloads von Anthropic tatsächlich über AWS laufen, könnte sich dies direkt in den Geschäftszahlen von Amazon niederschlagen. Post rechnet vor, dass Amazon potenziell rund die Hälfte der Trainingskosten für die Modelle des KI-Unternehmens vereinnahmen könnte.
In diesem Szenario könnte Anthropic allein zu einem zusätzlichen Umsatzanstieg von rund einer Milliarde US-Dollar gegenüber dem Vorquartal beitragen.
Mehr Investitionen – aber auch höhere Monetarisierung
Der Analyst räumt ein, dass die steigenden Umsätze der KI-Unternehmen kurzfristig sogar zu noch höheren Investitionen führen könnten. Je stärker die Nachfrage nach Rechenleistung steigt, desto mehr Infrastruktur müssen Cloud-Anbieter bereitstellen.
Seiner Einschätzung nach wird AWS seine zusätzliche Kapazität deutlich effizienter monetarisieren können, als es derzeit viele Investoren erwarten. Dadurch könnte sich die Rendite auf die aktuellen Investitionen schneller einstellen als bislang angenommen.
"Investoren sollten dadurch mehr Vertrauen in den Return on Investment der kurzfristigen Investitionsausgaben gewinnen", schrieb der Analyst.
Top-Analyst bleibt bullish
Vor diesem Hintergrund bekräftigte Post seine Kaufempfehlung für die Amazon-Aktie. Sein Kursziel liegt bei 275 US-Dollar.
Justin Post hat laut Tipranks eine Erfolgsquote von 64 Prozent und eine durchschnittliche Rendite von 21,4 Prozent. Damit gehört Post zu den Top 150 der über 12.000 erfassten Wall-Street-Analysten.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

