Dieser Burggraben überzeugt
Chip-Perle ASMI auf Rekordkurs: So hoch ist das neue Kursziel
ASM International erwartet ein starkes Wachstum durch den Ausbau seiner Marktanteile in der Halbleiterfertigung, insbesondere durch die steigende Nachfrage im Foundry- und Logic-Segment.
- ASMI hebt 2026-Prognose: 20% Umsatzwachstum CH
- BoA hebt Kursziel auf €882, Aktie +30% Rallye.
- Risiken: Power/Analog schwach, Moly verzögert.
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Der niederländische Halbleiterspezialist ASM International (ASMI) hebt die Prognose für das Jahr 2026 an und setzt auf ein solides Wachstum durch starke Nachfrage im Foundry- und Logic-Segment. Das Unternehmen hat die Umsatz- und Ertragsprognosen für 2026 leicht nach oben korrigiert und erwartet ein kontinuierliches Wachstum.
Die positive Entwicklung im vierten Quartal 2025, mit besseren Umsätzen, Margen und Gewinnen als erwartet, unterstreicht die robuste Nachfrage, insbesondere aus der Foundry- und Logic-Branche. Das Unternehmen rechnet mit einem starken zweiten Halbjahr 2026, unterstützt durch eine zunehmende Nachfrage in China und im DRAM-Sektor.
Die Bank of America nimmt das zum Anlass und schraubt ihr Kursziel für die Aktie auf 882 Euro hoch, ein Aufwärtspotenzial von 20 Prozent. Die Aktie ist im laufenden Jahr kaum zu stoppen und hat bereits eine 30-Prozent-Rallye aufs Parkett gelegt. Die Analysten sehen in ASM einen "secular compounder", also ein Unternehmen, das über Jahre hinweg beständiges, überdurchschnittliches Wachstum bei Umsatz und Gewinn erzielt – unabhängig von der allgemeinen Wirtschaftslage.
Die Prognose für 2026 geht von einem Umsatzwachstum von 20 Prozent aus, was angesichts der stabilen Nachfrage in China eine spannende Perspektive für Anleger bietet. ASM erwartet, dass die Verkäufe
in China im Jahr 2026 wieder wachsen werden. Der Ausbau der Kapazitäten im Bereich Advanced Foundry/Logic durch die Einführung von neuen Transistor-Technologien stärkt die Marktposition
weiter.
Trotz des optimistischen Ausblicks gibt es auch Risiken. Das Power- und Analogsegment, das zuletzt schwächelte, wird voraussichtlich 2026 nur langsam eine Erholung erleben, wobei die Nachfrage nach
Siliziumcarbid-Wafern weiterhin gedämpft bleibt. Auch das Memory-Segment bleibt mit einem Anteil von 16 Prozent am Umsatz im Vergleich zu globalen Wettbewerbern relativ klein und wird
voraussichtlich erst ab 2028 signifikante Beiträge leisten. Darüber hinaus verzögert sich die breitere Einführung von Molybdän (Moly) als Material, was die Wachstumsprognose dämpft.
Die Aktie steht seit Jahren im Schatten des größeren Branchengenossen ASML. Beide Unternehmen verbindet einen gemeinsame Geschichte. ASML wurde 1984 als Joint Venture von ASM International und Philips gegründet, um die Lithografie-Technik zu kommerzialisieren. ASM zog sich bereits 1988 aus dem Unternehmen zurück, heute ergänzen sich beide Unternehmen heute entlang der Chip-Lieferkette. Während ASML mit seinen EUV-Systemen die weltweit präzisesten Belichtungsmaschinen baut, ist ASM Weltmarktführer bei der atomaren Schichtabscheidung (ALD), die benötigt wird, um die von ASML entworfenen Strukturen mit Materialien aufzufüllen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
