Chef setzt Millionen ein
Buffett-Nachfolger steckt sein gesamtes Gehalt in die Berkshire-Aktie
Der neue CEO Greg Abel will sein gesamtes Nettoeinkommen in Berkshire-Aktien stecken. Gleichzeitig startet der Konzern wieder Rückkäufe – trotz gigantischer Cashreserven.
- Abel legt sein gesamtes Netto in Berkshire an.
- Berkshire startet Rückkäufe bei 370 Milliarden
- Abel signalisiert Kontinuität; Aktie stieg 2,5
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Der neue Berkshire-Hathaway-Chef Greg Abel setzt ein deutliches Signal an die Aktionäre des US-Konglomerats. Der CEO kündigte an, sein gesamtes Nettoeinkommen während seiner Amtszeit in Aktien des Unternehmens zu investieren. In dieser Woche kaufte Abel laut einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC bereits Berkshire-Aktien im Wert von rund 15,3 Millionen US-Dollar. Über die Jahre könnten sich diese Käufe auf "Hunderten von Millionen" summieren.
Abel begründete den Schritt mit dem Ziel, seine Interessen eng mit denen der Anteilseigner zu verknüpfen. "Eine absolute Übereinstimmung mit unseren Aktionären, unseren Partnern und unseren Eigentümern ist von entscheidender Bedeutung", sagte er in einem Interview mit CNBC. "Ich besitze bereits einige Aktien, aber das Ziel war es, weiterhin meine Übereinstimmung mit ihnen zu demonstrieren."
Parallel kündigte Berkshire Hathaway an, nach einer längeren Pause wieder eigene Aktien zurückzukaufen. Der Konzern kann sowohl Aktien der Klasse A als auch der Klasse B erwerben, wenn das Management den Marktpreis unter dem inneren Wert des Unternehmens sieht. Die Ankündigung sorgte an der Börse für positive Reaktionen: Die Berkshire-Aktien legten beide um über 2,5 Prozent zu.
Für Investoren ist der Schritt auch deshalb bemerkenswert, weil Berkshire trotz eines enormen Cashpolsters weiterhin aktiv Kapital einsetzt. Das Unternehmen verfügt über rund 370 Milliarden US-Dollar an Barmitteln. Laut Macrae Sykes, Portfoliomanager des Gabelli Financial Opportunities Fund, ist der Rückkauf daher "ein willkommenes Zeichen sowohl für die Anerkennung des Wertes der Aktien als auch für die Möglichkeit, Kapital einzusetzen".
Abel hatte Anfang des Jahres die Führung des Konzerns übernommen und tritt damit in die Fußstapfen von Warren Buffett, der Berkshire über Jahrzehnte zu einem Mischkonzern mit rund einer Billion Dollar US-Marktwert aufgebaut hat. Der neue CEO betont, dass er die Prinzipien und die Kapitalallokationsstrategie des Unternehmens fortführen will. In seinem ersten Aktionärsbrief hatte er zudem klargestellt, dass eine Dividende weiterhin nur dann infrage komme, wenn Berkshire keine besseren Investitionsmöglichkeiten sieht. "Wir behalten einen US-Dollar, wenn wir die Möglichkeit sehen, mehr als einen US- Dollar für unsere Aktionäre zu schaffen – und das war bisher der Maßstab", sagte Abel. "Wenn wir diesen Maßstab nicht erfüllen, würden wir eine Dividende ausschütten."
Kurzfristig reagierten Anleger positiv auf die Signale. Dennoch warnen Analysten, dass die langfristige Kursentwicklung von Berkshires operativer Stärke abhängen wird. Zuletzt hatte das Unternehmen schwächere Quartalszahlen vorgelegt: Der operative Gewinn sank im vierten Quartal um 30 Prozent, vor allem wegen eines deutlichen Rückgangs der Erträge im Versicherungsgeschäft.
Langfristig soll Abels Strategie jedoch Kontinuität signalisieren. "Greg Abels Verpflichtung zu einer jährlichen persönlichen Investition wird meiner Meinung nach dazu beitragen, eine ebenso starke Bindung zu den Aktionären aufzubauen, wie sie Buffett hatte", kommentierte Christopher Davis, Gründungspartner von Hudson Value Partners.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

