Stabilität statt Hype
Sicherheit im Börsensturm? Diese 5 Aktien liefern Dividenden
Geopolitik, Zölle und KI treiben die Märkte. Einige Konsumriesen liefern trotzdem stabile Dividenden. Welche Aktien Anleger jetzt im Blick haben.
- Geopolitik, Zölle und KI erhöhen Börsenrisiko.
- Stabile Konsumwerte, Dividendenaristokraten...
- Favoriten: Colgate, PepsiCo, P&G, Molson Coors
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Geopolitische Spannungen im Nahen Osten, neue Zölle und Unsicherheit rund um künstliche Intelligenz sorgen für Nervosität an den Börsen. In diesem Umfeld rücken defensive Konsumgüteraktien wieder stärker in den Fokus von Dividendeninvestoren. Darüber berichtet das US-Finanzmagazin Barron’s in einer aktuellen Analyse.
Der Konsumgütersektor zeigt sich in diesem Jahr robust. Der Consumer Staples Select Sector SPDR ETF von State Street legte rund 14 Prozent zu und übertraf damit den nahezu unveränderten Gesamtmarkt. Zwar notieren die Aktien mit dem mehr als 20-fachen der erwarteten Gewinne für 2027 nicht günstig, doch das Kurs-Gewinn-Verhältnis des ETFs liegt laut Goldman Sachs zuletzt leicht unter dem Gesamtmarkt.
Goldman-Sachs-Analystin Bonnie Herzog beobachtet eine klare Verschiebung der Anlegergelder. "Es gab viele Wechsel aus dem Technologiesektor, aus dem Bereich der KI, da Investoren nach Sicherheit, Beständigkeit und Stabilität suchen", sagt sie.
Selektiv statt breit investieren
Für Investoren, die vor allem stabile Erträge suchen, empfiehlt sich laut Strategen ein gezielter Blick auf einzelne Qualitätsunternehmen.
Stephanie Link, Chef-Anlagestrategin bei Hightower Advisors, rät von einer pauschalen Wette auf den gesamten Sektor ab. "Ich glaube nicht, dass man den Sektor breit gefächert besitzen muss", sagt sie. Dennoch gebe es einige Aktien, "die man besitzen kann, um nachts ruhig schlafen zu können".
Zu ihren Favoriten zählen Colgate-Palmolive mit einer Dividendenrendite von etwa 2,1 Prozent sowie PepsiCo mit rund 3,4 Prozent.
Getränke- und Markenriesen als Dividendenanker
Viele der bekannten Konsumgüterkonzerne gehören zu den sogenannten Dividendenaristokraten. Diese Unternehmen erhöhen ihre Ausschüttungen seit mindestens 25 Jahren in Folge.
Coca-Cola gehört zu dieser Gruppe und steigerte seine jährliche Dividende zuletzt zum 64. Mal in Folge. Die Auszahlung steigt damit auf 2,12 US-Dollar je Aktie. Herzog hält besonders Getränkehersteller für widerstandsfähig. "Ich bin der Meinung, dass Getränkehersteller auf hoher Ebene sehr beständig sind", sagt sie und verweist auf die breiter aufgestellten Produktportfolios vieler Anbieter.
Auch PepsiCo sieht sie positiv. Goldman Sachs verweist auf ein starkes Markenportfolio sowie langfristige Wachstumschancen im Snack- und Getränkegeschäft. Zudem reagiert der Konzern auf den Gesundheitstrend, etwa durch die Übernahme des kalorienarmen Getränkeherstellers Poppi für 1,65 Milliarden US-Dollar.
Haushaltsprodukte besonders defensiv
Noch stabiler könnte laut Citigroup-Analyst Filippo Falorni der Bereich Haushaltsprodukte sein. Diese Unternehmen stehen weniger unter Druck durch neue Technologien wie künstliche Intelligenz.
Zudem profitieren sie davon, dass Medikamente zur Gewichtsreduktion wie GLP-1 weniger Einfluss auf ihre Nachfrage haben als etwa auf Lebensmittelhersteller. "Das ist wirklich der Teil der Basiskonsumgüter, der im Vergleich zu den anderen definitiv defensiver ist", sagt Falorni.
Zu seinen Favoriten zählen Colgate-Palmolive und Procter & Gamble.
Colgate erzielt rund 44 Prozent seines Umsatzes mit Zahnpflegeprodukten. Gleichzeitig entwickelt sich das Geschäft mit Tiernahrung stark. Die Sparte Hill’s Pet Nutrition steuerte zuletzt etwa 4,6 Milliarden US-Dollar Umsatz bei.
Procter & Gamble wiederum profitiert zunehmend von internationalen Märkten. Während einkommensschwächere US-Verbraucher zuletzt vorsichtiger wurden, laufen die Geschäfte im Ausland laut Falorni "definitiv besser, insbesondere in China".
Bieraktien als konträre Wette
Neben klassischen Konsumgüterkonzernen sieht Goldman-Sachs-Analystin Herzog auch Chancen bei Brauereien. Sie setzt auf Molson Coors, das eine Dividendenrendite von rund 4 Prozent bietet.
Der Sektor litt zuletzt unter steigenden Rohstoffkosten, etwa für Aluminium. Dennoch habe sich die Finanzlage vieler Brauer verbessert. "Ihre Bilanz ist viel solider als zuvor", sagt Herzog. Zudem zahlen sie weiter Dividenden und kaufen Aktien zurück.
Für 2026 erwartet sie eine leichte Entspannung der Branche. "Es ist eine konträre Prognose, aber ich glaube, dass Bier als Kategorie im Jahr 2026 weniger negativ sein wird", sagt sie. Zwar werde der Absatz weiter sinken, aber weniger stark als in den vergangenen Jahren.
Für Anleger bedeutet das: In unsicheren Zeiten könnten ausgewählte Konsumgüteraktien wieder zu einem stabilen Fundament im Depot werden.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
