Community Rückblick
wO-User zu Hedgefonds Einstieg: "Auch die Großen verzocken sich mal"
Die Gerresheimer AG steht nach Kurseinbruch und angekündigter BaFin-Prüfung des Konzernabschlusses 2024 weiter unter Druck. Die kürzliche 4,08 %-Beteiligung eines Hedgefonds sorgt nun in der Community für Diskussionen.
- Gerresheimer: Kurssturz und BaFin-Prüfung akut
- CastleKnight: 4,08% Anteil an Gerresheimer neu
- Community gespalten, Forum diskutiert intensiv
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Nach den heftigen Kursturbulenzen der vergangenen Wochen bleibt die Aktie der Gerresheimer AG auch in dieser Woche das meistdiskutierte Thema auf wallstreetONLINE. Der Düsseldorfer Hersteller von Primärverpackungen für die Pharmaindustrie hatte zuletzt durch die angekündigte Prüfung des Konzernabschlusses 2024 durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für erhebliche Verunsicherung am Markt gesorgt – zeitweise brach der Kurs um mehr als 30% ein.
Nun sorgt eine neue Stimmrechtsmeldung für frischen Gesprächsstoff. Wie aus einer Veröffentlichung vom 03. März hervorgeht, hat der Hedgefonds CastleKnight Master Fund einen Anteil von 4,08 % an Gerresheimer gemeldet.
Die Beteiligung eines internationalen Finanzinvestors an der zuletzt stark gefallenen Aktie wird von Marktteilnehmern unterschiedlich interpretiert: Während einige Anleger darin ein mögliches Signal für eine Unterbewertung sehen, bleiben andere angesichts der anhaltenden Unsicherheiten rund um Bilanzfragen und Unternehmensführung vorsichtig.
Entsprechend lebhaft wird nun im Gerresheimer-Forum auf wallstreetONLINE diskutiert (über 600 Beiträge wurden seit Montag, 02. März gepostet). Hier einige Stimmen aus der Community:
Professordeluxe: "https://www.eqs-news.com/news/voting-rights/aaron-m-weitman/…
Aaron M. Weitman (CastleKnight Master Fund) ist mit 4,08% eingestiegen."
investi82: "Sehr gut 👍 Also ganz ehrlich, wenn ein Typ wie mit seinem Fonds hier mit über 4 % einsteigt, dann ist das zumindest mal ein Signal.
Dies ist kein Daytrader, sondern so wie ich das erkenne ein professionellen Value-/Sondersituations-Investor. Der schaut sich Bilanzen, Cashflows und Worst-Case-Szenarien sehr genau an und geht
nicht mit Peanuts rein, sondern mit über einer Million Aktien.
Der ist Jahrgang ’83, jünger als ich, aber über eine Million Stück kann man in dem Alter ruhig schon mal machen 😉
Bedeutet natürlich nicht „Alles halb so wild.“ Aber hier sieht ein institutioneller Investor offenbar eine deutliche Fehlbewertung. Wenn wirklich ein Bilanz-GAU drohen würde, würde so ein Fonds
kaum auf 4 % gehen. Das sind keine Zocker, die blind ins Messer laufen. Gerade in der aktuellen Phase mit BaFin-Prüfung, Testat-Thematik und Vertrauensverlust ist es aus meiner Sicht eher ein
positives Zeichen, wenn Profis antizyklisch einsteigen – insbesondere bei einem Unternehmen wie , das operativ ja nicht plötzlich aufgehört hat zu existieren. Ob das kurzfristig den Kurs dreht?
Keine Ahnung. Aber es zeigt auch nicht alle sehen hier den Weltuntergang."
schwejk76: "Das könnte das Licht am Ende des Tunnels sein."
Bud_Fo_x: "Genial…endlich! Balsam für meine geschundene Investorenseele…Schwellenberührung am 11.02.2026. Da hatte Gerresheimer aber die Ruhe weg mit der Veröffentlichung."
darauf Der Tscheche: "Das wird von Gerresheimer nur weitergeleitet, die Verspätung lag am Investor."
darauf warren64: "Und der wusste das nicht mit der Meldepflicht? Oder gibt es bei 3% keine Frist?"
darauf Bud-Fo_x: "Doch…war dem wahrscheinlich egal. Ami halt…den juckt doch ein BaFin Bußgeld nicht. Würde mich nicht wundern, wenn der schon die nächste Schwelle gerissen hat."
Emiliano_Zapata: "Am 11.02.26, als Value Investor A. Weitman groß (zu)kaufte, ging es intraday nur bis knapp unter 18 Euro runter (kurz nach Xetra-Eröffnung).
Weitman fand den Einstieg also bereits lohnend, als Gerresheimer gut zwei Euro teurer waren als heute.
Weitman könnte einen Teil seiner Gerresheimer-Aktien auch schon vorher (und deutlich teurer) gekauft haben, da sein Fonds erst am 11.02.26 die 3%-Meldeschwelle überschritten hat. D.h. er könnte - theoretisch - schon vorher 2,9 % besessen haben (= keine Meldepflicht) und erst durch Zukauf von 1,18 % am 11.02 zur Meldung verpflichtet worden sein. Allerdings wäre er auch dann, wenn er am 11.02.26 von 0 % auf 4,08 % gegangen wäre, erst am 11.02.26 meldepflichtig geworden."
darauf k878998: "Häh? Am 11.02. wurden auf Xetra 3 Mio. Aktien gehandelt. Warum soll er sich da nicht die gesichert haben um von 2,99% auf 4,08% zu kommen. Ansonsten liegen ja auch genug bei Goldman & Co. rum, um sich entsprechend einzudecken.
Viel entscheidener ist doch, dass auch er weit im Minus ist. Wenn Ihr es positiv sehen wollt, Jungs Ihr seid nicht allein. Auch die Großen verzocken sich mal."
Freelancer_79: "Während der Kurs abstürzte, hat doch ein gewisser Aaron M. Weitman am 3. März über den CastleKnight Master Fund LP einen Anteil von 4,08 Prozent der Stimmrechte erworben, und das zum Zeitpunkt nach Bekanntwerden der erweiterten BaFin-Prüfung. Bin jedenfalls gespannt wie es hier weitergeht."
darauf Matterhorn97: "Die 3%-Schwellenüberschreitung war am 11.2., also nach der Ad-hoc am 10.2., daß ein zweiter Wirtschaftsprüfer prüft, aber vor der Ad-hoc am 25.2., daß die BaFin die Ermittlungen ausweitet."
Der_investor78: "Shortquote nun über 16%. Was ist da los. Steigt und steigt."
darauf Einkaeufer: "Da gibt's bestimmt einen Maulwurf bei der BaFin. Warten wir die nächste Adoc Mitteilung ab. Kann ja nicht mehr so lange dauern."
darauf Bud_Fo_x_: "Das große Finale: Shortquote all time high! Neuer Investor aufgetaucht: Aaron Weitman investiert in Unternehmen, die vor signifikanten Veränderungen stehen, wie Fusionen und Übernahmen (Merger Arbitrage), Restrukturierungen, regulatorischen Änderungen oder anderen Sondersituationen. Einer von beiden hat recht 😀"
Investi82: "Frage an die Runde zur aktuellen Shortquote: Wir liegen inzwischen bei über 16 % gemeldeter Shortquote bei Gerresheimer. Das entspricht bei 34,54 Mio Aktien rund 5,5 Mio leerverkauften Stücken. Mich würde interessieren ob jemand Daten/Berechnungen zum aktuellen tatsächlich verleihbaren Aktienbestand hat. Wie hoch schätzt ihr den realistisch verfügbaren Leihbestand?
Würde gerne besser verstehen, ob wir uns bereits in einem angespannten Leihmarkt bewegen oder noch deutlich Kapazität vorhanden ist. Irgendwo ist ja eine Begrenzung… Aber wo ca?"
Alterindianer: "Kann man das ausrechnen wie der Kurs stehen müsste bei der bekannten Stückzahl an leerverkauften Aktien, wenn sich die Leerverkäufer eindecken müssten?"
darauf investi82: "Der Markt funktioniert nicht linear. Man kann den Kurs nicht einfach aus der Anzahl leerverkaufter Aktien berechnen, ich zumindest nichtX vielleicht gibt es
hier ja Profiler die das können 😊
Rechnerisch sind bei rund 34,5 Mio Aktien ca. 5,5 Mio Stück leerverkauft. Aber daraus ergibt sich kein fixer Zielkurs. Der Kurs entsteht im Orderbuch also aus Angebot und Nachfrage in genau diesem
Moment. Was man theoretisch machen kann, ist ein Szenario rechnen.
Wenn 50 % der Shorts schnell eindecken müssten, wären das rund 2,7 Mio Aktien Kaufdruck. Wenn das normale Tagesvolumen bei 400.000 Stück liegt, wären das fast sieben Tagesvolumen zusätzlich. Das
könnte in einem engen Orderbuch einen 15–30 % Move auslösen.
Genau dieses Szenario tritt so gut wie nie exakt ein. Warum?
1. Shorts decken nicht alle gleichzeitig.
2. Einige erhöhen sogar Positionen in steigende Kurse.
3. Long-Investoren verkaufen in Stärke.
4. Market Maker gleichen Liquidität aus.
Deshalb ist es Unsinn, daraus einen festen „Squeeze-Kurs“ abzuleiten. Je höher die Shortquote, desto höher das asymmetrische Risiko bei positiven Überraschungen.
Mich würde eher interessieren, wie hoch aktuell die tatsächliche Leih-Auslastung ist. Das wäre aussagekräftiger als jede theoretische Kursrechnung. Hat hier niemand eine Rückmeldung?"
darauf k878998: "Das ist eine Interessante Frage, die leider nicht zu beantworten ist, weil der Markt der Leerverkäufer nicht transparent ist. Ich würde mal davon ausgehen, dass sämtliche Aktien, die von institutionellen Anleger wie Fonds, Fsmily Offices, strategische Investoren gehalten werden, grundsätzlich ausgeliehen werden können. Dazu kommen noch die Investmentbanken Goldman und JPM. Da liegen alleine schon 30% der Stimmrechte, wobei nicht klar ist wie viel davon Hedges für irgendetwas anderes sind. Das größte, was ich in 30 Jahren Börse gesehen habe, war 21%, wobei ich nicht mehr erinnere welche das war. 16,5% war Hugo Boss im letzten Jahr, wobei der größte shortsrller gleichzeitig auch Stimmrechte in gleichen Höhe hielt. Ich würde mal sagen, da ist noch was drin.
Wenn Ihr mal den Professor seht, fragt ihn mal wie hoch das Tagesvolunen bei der adhoc im Oktober war. Wenn ich mich noch recht erinnere, wurde an dem Tag insgesamt die unglaubliche Menge von 18% der Aktien gehandelt. Also irgendetwas um die 6 Mio. Aktien. Die Chance, dass es hier zu einem signigiksnten short squeeze kommt, dürfte also bei 0% liegt. Dazu ist der freie Streubesitz zu hoch."
Kali174: "Wenn die Leerverkäufer auf dem Kursniveau immer noch ihre Positionen erhöhen ist das kein gutes Zeichen. Leider haben die hier ja bisher immer richtig gelegen.
Dass wir zurzeit quasi einen Käuferstreik bei GX haben ist nicht verwunderlich. Aber dass Shortseller auf noch tiefere Kurse spekulieren ist heftig. Wenn bei 13 Euro alle zittrigen Hände draußen sind und dann gute Nachrichten kommen hat der Spuk mit den schlechten Nachrichten vielleicht endlich ein Ende und der Kurs kann wieder steigen."
darauf Matterhorn97: "Ja, das ist ein echt kritischer Punkt. Trotz dem, daß Gerres angekündigt hat, sich von der Perle Centor zu trennen, bleiben die Shorties haften und
erhöhen.
Auch wenn diese mathematisch mit Algorithmen ausgelegt sind, so hätte die Ankündigung des Centor-Verkaufs doch auch mathematisch die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß man dadurch die Verschuldung in
den Griff bekommt. Aber Pustekuchen. Die Shorties bleiben dran und hatten damit bisher immer den richtigen Riecher.
Schon etwas beunruhigend. Vor allem, wir reden hier von 16% über 0,5%. Im Bereich 0,1-0,4% kommen dann unter dem Radar garantiert auch nochmal ein paar Prozente dazu. Was bedeutet, daß vermutlich
insgesamt 20% leerverkauft ist. Und das Geschwätz vom Emil mit dem ShortSqueeze kann ich echt nicht mehr hören. Deshalb sage ich das mit den 20% nicht. Eher deshalb, weil sich 20% eigentlich nicht
irren. Diese Leerverkäufer sind top informiert und gehen hohes Risiko ein, das macht man nur, wenn man starke Indizien hat, daß der Kurs weiter fällt. Was könnte das auslösen? Rausschmiss SDax????
Kein Testat??? Weitere Bafin-Untersuchungen??? und vielleicht Verzögerung beim Centor-Verkauf??? Spekulation auf Starug???? Kapitalerhöhung??? Was meint ihr? Auf welches Signal gehen die
computergestützten Programme der Shorties????
Ich kann nur jedem empfehlen, den Ball flach zu halten und nicht gleich den Sekt zu öffnen, nur weil es Gottseidank mal etwas aufwärts geht. Gerres hat leider oft genug bewiesen, daß man sich nicht zu sicher fühlen sollte."
Wir hoffen, dass Ihnen dieser kurze Überblick über die Meinungen der wO-Community zur aktuellen Lage bei der Gerresheimer AG gefallen hat oder vielleicht sogar hilfreich für Ihre Anlagestrategie ist. Wenn Sie auch Ihre Ansichten zu Finanzen, Geldanalge und Wirtschaft teilen möchten, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich auf wallstreetONLINE anmelden und an der Diskussion teilnehmen würden.
Viel Erfolg an der Börse und viel Spaß auf wallstreetONLINE wünscht
Ihr Hardy Schilling, Head of Community
