US-Märkte brechen weiter ein

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    Ölpreis auf Zweijahreshoch – Diesel auf Vierjahreshoch! Wie bitter wird es noch?

    Der Ölmarkt steht unter Strom. Der Krieg im Nahen Osten treibt die Preise hoch, die Marke von 100 $ ist überschritten. Für viele Experten eine gefährliche Höhe für die US-Wirtschaft. Die US-Indizes brechen weiter ein!

    Für Sie zusammengefasst
    US-Märkte brechen weiter ein - Ölpreis auf Zweijahreshoch – Diesel auf Vierjahreshoch! Wie bitter wird es noch?

    Der Ölpreis kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben. Getrieben vom Krieg im Nahen Osten haben die Notierungen zum Wochenauftakt ihren Höhenflug noch einmal beschleunigt. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate verteuerte sich um rund 18 Prozent auf mehr als 108 Dollar je Barrel und übersprang damit erstmals seit Juli 2022 wieder die Marke von 100 Dollar. 

    Auch die internationale Referenzsorte Brent Crude legte kräftig zu. Der Preis für ein Barrel Brent kletterte um etwa 16 Prozent auf über 107 Dollar. Der Anstieg verdeutlicht die enorme Dynamik am Ölmarkt: Zu Jahresbeginn hatte US-Rohöl noch weniger als 60 Dollar je Barrel gekostet. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate hat in der vergangenen Woche einen historischen Preissprung verzeichnet. Der Preis legte um mehr als 35 Prozent zu – der größte Wochenanstieg seit dem Start des Terminhandels mit dem Kontrakt im Jahr 1983.

     

    Hintergrund ist der anhaltende Konflikt im Persischen Golf sowie die weiterhin blockierte Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, für deren Wiederöffnung bislang keine Anzeichen erkennbar sind. Nach Einschätzung von Analysten gilt die Meerenge derzeit faktisch als geschlossen. Dadurch sitzen zahlreiche Schiffe und Öllieferungen im Persischen Golf fest. Da die Region nur über begrenzte Ausweichrouten und Lagerkapazitäten verfügt, dürften Versorgungsengpässe weiterhin die Entwicklung an den Energiemärkten prägen. 

    Politische Eskalation treibt den Markt

    Für zusätzliche Dynamik sorgten politische Signale aus Washington. US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, ein Abkommen mit dem Iran komme für ihn nicht infrage. Stattdessen müsse das Regime eine "bedingungslose Kapitulation" akzeptieren.

    Solche Aussagen verstärken die Sorge der Märkte vor einer längeren Eskalation. Entsprechend warnte auch Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview mit der Financial Times vor massiven Folgen für die Energieversorgung. Sollte sich der Konflikt ausweiten, könnten Förderländer am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen. In einem solchen Szenario hält der Minister einen Ölpreis von bis zu 150 Dollar pro Barrel für möglich.

    Wie CNBC berichtet, kündigte Kuwait bereits an, seine Fördermengen zu reduzieren, machte jedoch keine Angaben zum genauen Umfang der Kürzungen. Medienberichten zufolge soll die Produktion im Irak sogar um rund 70 Prozent eingebrochen sein.

    Hinzu kommen Berichte über Angriffe auf Tanker in der Region. Irans Streitkräfte erklärten zuletzt, ein "in US-Besitz befindlicher" Öltanker vor der Küste Kuwaits sei attackiert worden und stehe in Flammen. Gleichzeitig meiden viele Reedereien inzwischen die Passage durch die Straße von Hormus.

    Parallel arbeitet das US-Militär an einem Plan, um den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu sichern. Das bestätigte der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Kevin Hassett, in Interviews mit CNBC und Bloomberg Television. Details zu einem möglichen Zeitplan nannte er allerdings nicht, womit auf dem Ölmarkt keine Beruhigung einkehrte.

    Auch die Behauptung von Donald Trump, der Konflikt sei "bereits gewonnen" sorgte nicht für eine Entspannung. Berichte aus dem Iran, wonach der einflussreiche Kleriker Mojtaba Khamenei, Sohn des getöteten Revolutionsführers Ali Khamenei, zum neuen Obersten Führer des Landes ernannt worden sei, sprechen eher für eine noch länger anhaltende Auseinandersetzung.

    Analysen besorgt

    Die Analysten der Citigroup gehen davon aus, dass dem Markt derzeit täglich zwischen sieben und elf Millionen Barrel Rohöl fehlen. Hinzu kämen weitere vier bis fünf Millionen Barrel raffinierter Ölprodukte pro Tag. Hauptgrund seien die unterbrochenen Transporte durch die Straße von Hormus.

    "Wir sind zunehmend zuversichtlicher, dass der Rohölmarkt ohne eine Einigung und eine schnelle Einstellung aller kinetischen Aktivitäten innerhalb von Tagen und nicht erst in Wochen oder Monaten zusammenbrechen wird", sagte Vikas Dwivedi, globaler Energiestratege bei Macquarie.

    Auch die Experten von Goldman Sachs rechnen mit weiter steigenden Preisen. Sollte es keine Anzeichen für eine Entspannung geben, könnte der Ölpreis schnell über die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel klettern. Gleichzeitig warnte die Bank am Freitag, dass die Risiken für deutlich höhere Preise im Vergleich zum Basisszenario rasch zunähmen.

    "Wir befinden uns in einer Situation, in der die Unklarheit über den Zeitpunkt der Ereignisse in der Straße von Hormuz eine enorme Angst am Markt schürt", sagte Rebecca Babin von CIBC Private Wealth in einer Mitteilung.

    Prognosemärkte rechnen mit noch höheren Kursen

    Auch auf Prognosemärkten steigt die Erwartung deutlich höherer Ölpreise wie Seeking Alpha berichtet. Auf der Plattform Kalshi sehen Händler einen Anstieg des US-Referenzöls West Texas Intermediate auf mindestens 90 Dollar bis zum Jahresende praktisch als sicher an – die Wahrscheinlichkeit wird dort mit 99 Prozent bewertet.

    Weitere Marktwetten zeigen, wie nervös die Händler inzwischen sind. Die Wahrscheinlichkeit für Preise über 100 Dollar wird auf mehr als 60 Prozent geschätzt. Selbst extreme Szenarien sind nicht ausgeschlossen: Eine Notierung von 180 Dollar pro Barrel wird immerhin mit rund 17 Prozent Wahrscheinlichkeit gehandelt.

    IEA sieht derzeit keinen Grund für Notfallreserven

    Trotz der dramatischen Marktbewegungen bleibt die Internationale Energieagentur bislang vergleichsweise gelassen. Die Organisation erklärte, es gebe derzeit keine Notwendigkeit, strategische Ölreserven freizugeben. Weltweit seien ausreichend Vorräte vorhanden, und die Auswirkungen des Konflikts könnten vorübergehend bleiben.

    Wie lange der Ölpreis auf dem hohen Niveau bleibt, ist derzeit kaum abzuschätzen. Analysten der Dekabank betonen, dass alles davon abhänge, wie stark Förderung und Transport tatsächlich beeinträchtigt werden und wie lange die Spannungen im Nahen Osten anhalten.

    US-Märkte vorbörslich schwer unter Druck

    Zum Wochenauftakt reagieren die US-Märkte nervös. Die Aktienfutures stehen unter Druck, nachdem die US-Rohölsorte West Texas Intermediate im Zuge der Spannungen zwischen den USA und Iran über die Marke von 100 Dollar je Barrel gestiegen war. Anleger fürchten, dass dauerhaft höhere Energiepreise das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten deutlich bremsen könnten. 

    Die an den Dow Jones Industrial Average gekoppelten Futures gaben um 966 Punkte nach, was einem Rückgang von rund zwei Prozent entspricht. Auch die Terminkontrakte auf den S&P 500 und den Nasdaq‑100 standen unter Druck und verloren jeweils etwa 1,6 Prozent. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Dow Jones stark nachgegeben und den größten Wochenverlust seit fast einem Jahr verzeichnet.

    Krieg trifft die Zapfsäulen ebenfalls schwer

    Für Verbraucher in Deutschland sind die Folgen bereits spürbar. Laut Daten des ADAC steigen die Spritpreise weiter an. In der morgendlichen Spitze kostete Diesel am Freitag durchschnittlich 2,109 Euro pro Liter, Super E10 lag bei 2,014 Euro.

    Der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Diesel lag am Donnerstag bei 2,042 Euro je Liter – der höchste Stand seit November 2022. Super E10 kostete im Schnitt 1,949 Euro und damit rund 17 Cent mehr als noch eine Woche zuvor. Beim Diesel beträgt der Preisanstieg sogar fast 30 Cent.

    Mein Tipp: Energieaktien werden vorerst zum Muss im Depot

    Der Iran setzt seine Angriffe in der Region offenbar mit unverminderter Härte fort. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten am Sonntag Attacken mit mehr als einem Dutzend Raketen sowie Hunderten Drohnen. Der Großteil der Geschosse sei jedoch abgefangen worden.

    "Das Ausmaß der iranischen Aggression gegen uns in der Region ist schockierend", sagte der Botschafter der Emirate in Berlin, Ahmed Alattar, dem Handelsblatt. "Der Iran greift zivile Gebäude mit Drohnen und Raketen an – Flughäfen, Krankenhäuser, Schulen, in einer bisher ungekannten Intensität." Ein Ende dieses Vorgehens ist nicht in Sicht

    Ali Larijani, der den Nationalen Sicherheitsrat führt, wird derzeit als der starke Mann in Teheran angesehen. Er warnte die Golfstaaten, sie müssten die USA daran hindern, ihr Territorium für Angriffe zu nutzen – andernfalls werde der Iran reagieren.

    Auch die iranische Revolutionsgarde drohte mit einer weiteren Eskalation. Das "Ausmaß und die Intensität der Angriffe auf feindliche Ziele" würden in den kommenden Stunden und Tagen zunehmen, erklärten die Streitkräfte. Dabei solle auch eine neue Generation ballistischer Raketen eingesetzt werden. Bewahrheiten sich diese Ankündigungen, dann dürfte der Ölpreis noch weiter in die Höhe steigen. 

    Für die Verbraucher würde das bedeuten, dass Diesel und Benzin noch deutlich teurer werden könnten – mit spürbaren Folgen für Inflation, Transportkosten und Wirtschaft, was die Aktienmärkte weiter unter Druck setzen dürfte. 

    Ich hatte bereits vergangene Woche Oilfield Services & Equimentaktien in der wO Börsenlounge vorgschlagen, um das Depot gegen den hohen Ölpreis und seinen Folgen abzusichern. Anfang der Woche habe ich mir dann noch angeschaut, welche Aktien von der aktuellen Situation profitieren und welche Branchen Anleger meiden sollten. 

    Schauen Sie ruhig in beide Folgen rein, wenn Sie ihr Depot an die aktuelle Marktlage anpassen möchten. 

    Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge

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    Verfasst vonRedakteurMarkus Weingran
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