Trügerische Ruhe?!
Goldpreis alarmiert Anleger – Drohen Gold jetzt dramatische Preisausschläge?
Der Goldpreis zieht ruhig seine Bahnen. Der Schwung aus den ersten Stunden des Iran-Kriegs ist dahin. Doch die Ruhe ist trügerisch. Jederzeit könnten Gold und auch Silber eskalieren.
- Iran-Krieg treibt Öl; Gold ruhig, Eskalation droht
- US-Daten schaffen Inflations- und Rezessionsangst!
- Gold bis 6.000$ bullisch, kurzfristig volatilität!
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Aktuelle Goldpreisentwicklung - Iran-Krieg hält Finanzmärkte in Atem
Das alles dominierende Thema ist und bleibt der Iran-Krieg. Die daraus resultierenden Impulse lassen die Finanzmärkte beben – ganz besonders den Ölmarkt. Am Freitag durchbrachen sowohl Brent Öl als auch WTI Öl die Marke von 90 US-Dollar. Der rasante Anstieg der Ölpreise lässt Anleger und Investoren verstärkt auf die Aktien von Ölproduzenten blicken. Kurzum: Im Ölsektor kreiert sich gewaltiges Momentum.
Bei den Edelmetallen bietet sich hingegen ein etwas anderes Bild. Gold und Silber hatten nach dem Beginn (und eigentlich schon in den Tagen davor) enormes Momentum aufgebaut. Dieses kühlte mit fortschreitender Dauer des Kriegs ein wenig ab. Die aktuell ruhige Phase sollte jedoch nicht über die grundsätzlich explosive Lage bei Gold und Silber hinwegtäuschen. Der ruhig seine Bahnen ziehende Goldpreis dürfte nur eine Momentaufnahme sein.
Explosive Gemengelage könnte Goldpreis jederzeit eskalieren lassen
Es braut sich etwas zusammen. Die galoppierenden Ölpreise heizen sowohl Inflationssorgen als auch Rezessionsängste an. Der überaus enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht für Februar verdeutlicht das aktuelle Spannungsfeld darüber hinaus eindrucksvoll. Statt eines erwarteten Stellenaufbaus gab es einen Abbau. Dieser Aspekt bediente die Rezessionsängste. Gleichzeitig stiegen die Stundenlöhne etwas stärker als erwartet. Die Entwicklung der Stundenlöhne gilt wiederum als wichtiger Inflationsindikator. Sollte sich die Gemengelage manifestieren und durch weitere Daten unterfüttert werden, wird’s für die Fed knifflig. Die US-Notenbank steuert in den nächsten Monaten auf ein handfestes Dilemma zu – Zinsen senken oder anheben oder doch besser abwarten? Am 17. März und 18. März kommt das FOMC der Fed zusammen und berät unter anderem über die Zinspolitik. Ein Zinsschritt jetzt im März würde insgesamt sehr überraschen, aber womöglich liefern die begleitenden Kommentare und Kommuniqués weitere Hinweise.
Der Goldpreis reagierte zunächst positiv auf den US-Arbeitsmarktbericht und arbeitete sich wieder in Richtung 5.200 US-Dollar vor. An den Aktienmärkten sorgte der Bericht für weitere Verunsicherung. Dax, Dow Jones Ind., Nasdaq 100 etc. taumelten quasi ins Wochenende. Die nächsten Handelstage könnten zumindest herausfordernd werden. Gold als sicherer Hafen könnte bald wieder verstärkt nachgefragt werden.
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US-Dollar-Index, Anleiherenditen und Gold-ETF-Zuflüsse unter der Lupe
Der US-Dollar-Index notiert nach wie vor unterhalb der 100 Punkte-Marke. Erst ein deutlicher Vorstoß des Index über die 100 Punkte würde eine untere Trendwende forcieren. Insofern geht von dieser Seite noch keine nennenswerte Gefahr für Gold aus. Die Renditen der für die Betrachtung wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen erholten sich zwar auf 4,13 Prozent, notieren aber noch immer auf einem moderaten Niveau. Somit wird auch von dieser Seite kein gravierender Druck auf den Goldpreis ausgeübt.
Blicken wir an dieser Stelle noch auf die aktuelle Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares – seines Zeichens der weltgrößte physisch besicherte Gold-ETF. Zum Zeitpunkt unserer letzten Gold-Kommentierung waren deutlich Zuflüsse zu verzeichnen. Diese Entwicklung setzte sich in der abgelaufenen Handelswoche jedoch nicht fort. In den letzten Tagen waren leichte Abflüsse zu beobachten. Diese sollte man noch nicht überbewerten, dennoch gilt es, die weiteren Entwicklungen im Auge zu behalten.
Fazit - Drohen Gold jetzt dramatische Preisausschläge?
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das übergeordnet bullische Szenario für Gold mit Ziel 6.000 US-Dollar in 2026 unverändert intakt ist. Kurzfristig ist jedoch mit einer erhöhten Volatilität und damit einhergehenden Preisausschlägen in jedwede Richtung zu rechnen. Relevante US-Daten dürften unter den Aspekten Rezession und Inflation genau unter die Lupe genommen werden. Der Verlauf des Iran-Kriegs birgt ebenfalls Eskalationspotenzial. Und nicht zuletzt sollte auch die Charttechnik nicht außer Acht gelassen werden. Im oberen Gold-Chart ist im Bereich von 5.600 US-Dollar eine potenzielle Doppeltopformation zu erkennen. Diese könnte für die kurzfristige Goldpreisentwicklung problematisch werden. Vor diesem Hintergrund kommt der zentralen Unterstützung 4.500 US-Dollar / 4.300 US-Dollar besondere Bedeutung zu. Darunter sollte es nicht gehen, anderenfalls würde eine Neubewertung der Lage notwendig werden. Kurzum. Gold muss über die 5.600 US-Dollar und darf nicht unter die 4.300 US-Dollar.
Unterm Strich bleibt es dabei – die nach wie vor exponierten Preisniveaus von Gold und Silber machen die Aktien von Gold- und Silberproduzenten, wie Barrick, Newmont, Agnico Eagle Mines oder Hecla Mining, Pan American Silver unverändert zu interessanten Alternativen zu den hochbewerten Tech-Werten, wie Nvidia, Palantir etc.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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