Hohe Abhängigkeit von Nahost
Energieversorgungsprobleme: Asien vor nächstem Energie-Schock?
Ölpreise explodieren, Börsen fallen, Währungen schwächeln: Droht Volkswirtschaften in Asien nun die Stagflation?
- Südkorea verlangt rasche Preisobergrenze für Treibstoff
- Asiatische Märkte fallen Währungen auf Rekordtief!
- Ölpreisschock erhöht Stagflationsrisiko für Asien!
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Südkoreas Präsident fordert hinsichtlich der steigenden Energiemärkte und des sich fortsetzenden Nahostkonflikts eine Begrenzung der inländischen Kraftstoffpreise, wie Dow Jones Newswires berichtet. Er sagte bei einer Dringlichkeitssitzung zur Wirtschaftspolitik am Montag, die Regierung solle "zügig eine Preisobergrenze für Erdölprodukte einführen und entschieden umsetzen, deren Preise übermäßig gestiegen sind".
Südkoreas Präsident Lee sagte laut einem Pool-Bericht, dass die sich verschärfende Krise im Nahen Osten zu einer erheblichen Belastung für die südkoreanische Wirtschaft werde. Südkorea ist stark vom Welthandel und von Energieimporten aus der Region abhängig. Lee sagte zu seinem Kabinett: "Angesichts der Schwere der Energieversorgungsprobleme und der Besorgnis in den Haushalten sind auch außergewöhnliche Gegenmaßnahmen notwendig."
Zudem forderte Lee ein hartes Vorgehen gegen illegale Marktpraktiken, darunter Absprachen zwischen Ölraffinerien und Tankstellen, Hortung und Panikkäufe. Die koreanischen Finanzmärkte wurden durch die Iran-Krise stark beeinträchtigt, was zu deutlichen Kursverlusten bei Aktien und einer Schwäche des Won führte. Der Kospi verzeichnete zuletzt einen Rückgang von über 6 Prozent.
Darüber hinaus erreichten die Währungen der Schwellenländer in Asien am Montag neue Tiefstände. Die indonesische Rupia, die indische Rupie und der philippinische Peso erreichten allesamt gegenüber dem US-Dollar neue Rekordtiefstände. Die Rupia fiel laut LSEG auf 16,99, die Rupie auf 92,25 und der Peso auf 59,68 zum US-Dollar. Lloyd Chan, leitender Währungsanalyst bei der MUFG Bank, sagte dazu: "Die globalen Märkte befinden sich eindeutig im Risikoaversionsmodus."
Der US-Dollar wurde durch die Flucht in sichere Anlagen gestärkt, der Index des US-Dollars stieg um 0,6 Prozent. Wie Analysten sagen, sind besonders Volkswirtschaften gefährdet, die stark von der Produktion im Nahen Osten abhängig sind. Darüber hinaus birgt der sprunghafte Anstieg der Öl- und Gaspreise laut Analysten von Citi Research das Risiko einer Stagflation (Zustand, der durch stagnierendes Wachstum und hohe Inflation gekennzeichnet ist) für Volkswirtschaften wie Südkorea, Indien und die Philippinen.
In Indonesien fiel der Jakarta Composite Index am Montag um über 5 Prozent, der malaysische Leitindex gab um 2,3 Prozent nach, der indische Sensex sank um 2,5 Prozent und der philippinische Leitindex fiel um 5 Prozent. Michael Wan von MUFG schrieb zudem, dass die Bedrohung für die asiatischen Märkte, nicht nur in höheren Ölpreisen, sondern auch in einer potenziell drohenden Energieknappheit besteht.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
