Paramounts Megaübernahme
Milliarden-Deal um Warner Bros.: Tencent plötzlich wieder im Spiel
Tencent könnte doch wieder Geld in die Übernahme von Warner Bros. investieren. Hinter dem Hollywood-Megadeal stehen Milliarden – und politische Risiken.
- Tencent investiert Hunderte Mio.$ als passiver.
- US prüft chinesische Investments wegen Risiken.
- Deal: 47 Mrd Eigenkapital, 54 Mrd Kreditbündel
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Der chinesische Technologiekonzern Tencent könnte erneut Geld in die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance stecken. Der Konzern wolle mehrere hundert Millionen US-Dollar investieren, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen laut Bloomberg. Tencent würde dabei lediglich als passiver Finanzinvestor auftreten.
Rückkehr nach politischer Sorge
Im Dezember hatte Paramount in seinem ursprünglichen Angebot bereits eine Eigenkapitalzusage von Tencent über eine Milliarde US-Dollar offengelegt. Diese wurde jedoch wieder zurückgezogen. Warner Bros. äußerte damals Bedenken, dass eine Beteiligung des chinesischen Konzerns regulatorische Probleme in den Vereinigten Staaten auslösen könnte.
Nach Anpassungen des Angebots akzeptierte Warner Bros. schließlich den Verkauf an das von David Ellison geführte Unternehmen. Der gesamte Deal bewertet den Medienkonzern mit rund 110 Milliarden US-Dollar.
Ob Tencent tatsächlich investiert, ist jedoch noch offen. Nach Angaben der informierten Personen könnte der Abschluss der Transaktion zudem noch einige Zeit dauern. Vertreter von Tencent und Paramount lehnten gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab.
Politisch sensibles Terrain
Chinesische Beteiligungen an amerikanischen Unternehmen stehen in Washington zunehmend unter Beobachtung. Die politischen Spannungen haben zuletzt auch Transaktionen im Technologiesektor beeinflusst, etwa bei der Zukunft des US-Geschäfts der App TikTok.
Auch andere Tencent-Beteiligungen geraten in den Fokus. Der finnische Spieleentwickler Supercell, der dem chinesischen Konzern gehört, erklärte in diesem Monat, mit einer US-Sicherheitsprüfung zu den Datenpraktiken seines Mutterunternehmens zu kooperieren.
Milliardenstruktur hinter dem Deal
Tencent ist bereits Minderheitsaktionär ohne Stimmrechte bei Paramount. Zudem finanzierte der Konzern Filme des Studios Skydance Media mit und unterstützte Marketing und Vertrieb großer Produktionen seit seiner strategischen Beteiligung im Jahr 2018.
Die geplante Übernahme von Warner Bros. wird durch rund 47 Milliarden US-Dollar Eigenkapital finanziert, das von der Ellison-Familie und RedBird Capital Partners bereitgestellt wird.
Weitere Partner könnten beim Abschluss der Transaktion hinzukommen. Zusätzlich stehen Kreditzusagen von insgesamt 54 Milliarden US-Dollar bereit, unter anderem von Bank of America, Citigroup und Apollo Global Management.
Bestehende Paramount-Aktionäre könnten außerdem über eine Bezugsrechtsemission bis zu 3,25 Milliarden US-Dollar in Class-B-Aktien investieren.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion



