Krisenmarkt
Rohstoff-Turbulenzen: Gold, Silber, Platin und Palladium geben nach
Ein starker US-Dollar und die steigenden Ölpreise im Zuge der eskalierenden Iran-Krise belasten die Edelmetallmärkte und lassen Gold und Silber deutlich nachgeben.
- Dollarstärke und Zinsangst drücken Gold Silber
- Ölpreise klettern über 115 USD wegen Iran u.a.
- Edelmetalle fallen Jahr bis dato trotzdem +18%
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Die Preise für Gold und Silber sind zum Wochenstart deutlich gefallen. Ein stärkerer US-Dollar, steigende Anleiherenditen und wachsende Sorgen über länger anhaltend hohe Zinsen haben den Edelmetallmarkt belastet, während sich der Konflikt im Nahen Osten weiter zuspitzt und die Ölpreise in Richtung 120 US-Dollar pro Barrel steigen.
Der Spotpreis für Gold gab am Montag um 1,4 Prozent auf 5.087,87 US-Dollar je Feinunze nach, nachdem das Metall zwischenzeitlich um bis zu drei Prozent gefallen war. Bereits in der Vorwoche hatte Gold erstmals seit mehr als einem Monat einen Wochenverlust verzeichnet. Silber verlor ebenfalls deutlich und sank um 1,9 Prozent auf 82,74 US-Dollar je Unze.
Parallel dazu kletterten die Ölpreise weiter nach oben. Terminkontrakte auf Rohöl überschritten zeitweise die Marke von 115 US-Dollar pro Barrel, nachdem weitere Störungen im Schiffsverkehr der Straße von Hormus gemeldet wurden. Zugleich reduzierten große Öl- und Gasproduzenten in der Golfregion ihre Förderung.
Die anhaltende militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran geht mittlerweile in die zweite Woche und noch gibt es keine Anzeichen einer schnellen Entspannung.
Dollarstärke und Zinsangst bremsen
Zwar sorgen geopolitische Spannungen traditionell für verstärkte Käufe bei sicheren Häfen wie Gold. Gleichzeitig schüren jedoch steigende Energiepreise neue Inflationssorgen und könnten mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank weiter hinauszögern.
Außerdem legt der US-Dollar gegenüber allen wichtigen Währungen zu. Diese Kombination belastet derzeit die Preise am Edelmetallmarkt.
Renditen steigen
Ein weiterer Belastungsfaktor für den Goldpreis sind steigende Renditen am US-Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf ein Ein-Monats-Hoch. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Anleger, da Gold im Gegensatz zu Anleihen keine laufenden Erträge abwirft.
Trotz der aktuellen Schwäche bleibt die Jahresbilanz für Edelmetalle positiv. Sowohl Gold als auch Silber liegen seit Jahresbeginn weiterhin rund 18 Prozent im Plus.
Auch Platin und Palladium geben nach
Der Verkaufsdruck beschränkte sich nicht auf Gold und Silber. Auch andere Edelmetalle verzeichneten Verluste. Der Spotpreis für Platin fiel um etwa zwei Prozent auf 2.101 US-Dollar je Unze. Palladium verlor rund 2,7 Prozent und wurde zuletzt bei 1.617 US-Dollar gehandelt.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

