IPO mitten im DAX-Sturm
Erfolgreicher Rüstungs-Börsengang: U-Boot-Zulieferer Gabler startet an der Börse
Während der DAX schwächelt, feiern Anleger einen neuen Rüstungswert: Der U-Boot-Zulieferer Gabler startete mit deutlichem Kursplus in Frankfurt.
- DAX schwächelt, Gabler-IPO startet mit +13,6%!.
- Possehl hält 50,1%; IPO brachte 115,5M€ mit GS.
- Gabler: U-Boot-Technik, Mittel für F&E u.Ausbau
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Einen undankbareren IPO-Tag hätte der Lübecker U-Boot-Zulieferer Gabler wohl kaum erwischen können. Während der Ölpreisschock die Märkte am Montag kräftig durchrüttelte und den DAX zeitweise unter die Marke von 23.000 Punkten drückte, legte der Rüstungszulieferer einen gelungenen Börsengang hin. Die neu gelisteten Aktien des Unternehmens legten zwischenzeitlich sogar bis zu 13,6 Prozent zu.
Die Papiere starteten bei 47,20 Euro in den Handel und damit deutlich über dem Ausgabepreis von 44 Euro.Mit 43,90 Euro zum Handelschluss beendete die Aktie ihren ersten Tag leicht im Minus. Am Dienstag startet die Aktie im frühen Handel mit einem Plus von mehr als 2 Prozent.
Insgesamt brachten Gabler und der Mehrheitsaktionär Possehl beim Börsengang Aktien im Wert von 115,5 Millionen Euro an den Markt. Über eine sogenannte Greenshoe-Option könnten zusätzlich bis zu 17,3 Millionen Euro erlöst werden, falls die Nachfrage anhält.
Gabler entwickelt und produziert Technologien für moderne U-Boote. Dazu gehören Systeme, mit denen getauchte Boote ihre Umgebung beobachten, navigieren und kommunizieren können. Nach eigenen Angaben zählt das Unternehmen in diesem Segment zu den führenden Anbietern weltweit.
Mit dem Börsengang reiht sich Gabler in eine wachsende Gruppe deutscher Rüstungsunternehmen an der Börse ein, zu der bereits Rheinmetall, Hensoldt, Renk, Airbus und Thyssenkrupp Marine Systems gehören. Der IPO ist zugleich der zweite Börsengang eines europäischen Rüstungskonzerns in diesem Jahr, nachdem der tschechische Munitionshersteller CSG im Januar in Amsterdam debütierte.
Ein Teil der Erlöse soll direkt in das Unternehmen fließen. Gabler plant, die Mittel für den Ausbau von Produktion und Vertrieb sowie für zusätzliche Investitionen in Forschung und Entwicklung zu nutzen. Possehl bleibt trotz der Platzierung mit 50,1 Prozent Mehrheitsaktionär.
Mit einem Pro-forma-Umsatz von 61,7 Millionen Euro und einem operativen Ergebnis von 16,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr ist Gabler deutlich kleiner als viele börsennotierte Rüstungskonzerne. Die Marktbewertung liegt derzeit bei rund 266 Millionen Euro.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
