2026 soll besser werden
Gewinn halbiert! Zölle, China und Porsche stürzen VW weiter in die Krise
Die Wolfsburger kämpfen an zwei Fronten: Der Gewinn hat sich halbiert, das China-Geschäft verliert weiter an Bedeutung. Doch der Autobauer peilt für dieses Jahr eine deutlich höhere Marge an. Die Aktie steigt.
- Operativer Gewinn halbiert, Marge zielt höher!
- China verliert Marktanteile, US-Zölle drücken!
- 50.000 Jobs DE bis 2030 Dividende überraschend
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Der Konzern meldete am Dienstag einen deutlichen Rückgang beim operativen Gewinn und stellte für das kommende Jahr lediglich eine moderate Verbesserung der Profitabilität in Aussicht. Vor allem US-Zölle und der zunehmende Wettbewerbsdruck in China setzen dem Unternehmen zu.
Im vergangenen Jahr sackte der operative Gewinn auf 8,9 Milliarden Euro ab – mehr als eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit rund 9,4 Milliarden Euro gerechnet. Gleichzeitig blieb der Umsatz mit 322 Milliarden Euro nahezu unverändert. Für 2026 erwartet der Konzern lediglich ein Wachstum von bis zu 3 Prozent.
Auch bei der Profitabilität sieht Volkswagen weiterhin Gegenwind. Nachdem die operative Marge 2025 auf nur noch 2,8 Prozent gefallen war, peilt der Konzern für 2026 einen Wert zwischen 4 und 5,5 Prozent an. Analysten liegen mit ihren Erwartungen von rund 5,2 Prozent am oberen Ende dieser Prognose.
Konzernchef Oliver Blume sprach von einem "grundlegend veränderten Umfeld". Besonders die Situation in China bereitet Volkswagen Sorgen. Der Konzern hat dort in den vergangenen Jahren deutlich Marktanteile verloren. Nachdem Volkswagen 2024 von BYD als Marktführer abgelöst wurde, fiel das Unternehmen 2025 sogar hinter Geely auf Rang drei zurück.
Zusätzlich belasten politische Spannungen und Handelsbarrieren das Geschäft. US-Zölle kosten den Konzern nach eigenen Angaben Milliardenbeträge. Gleichzeitig geraten wichtige Marken unter Druck: Bei Porsche brach der operative Gewinn 2025 nahezu vollständig ein und sank um 98 Prozent auf nur noch 90 Millionen Euro. Hintergrund ist unter anderem eine strategische Neuausrichtung, nachdem der Sportwagenbauer seine Elektrifizierungspläne vorübergehend gebremst hatte.
Finanzchef Arno Antlitz kündigte weitere Sparmaßnahmen an. Zwar hätten neue Modelle und Restrukturierungen die Widerstandskraft des Konzerns verbessert, doch eine operative Marge von rund 4,6 Prozent – bereinigt um Sonderkosten – sei langfristig nicht ausreichend.
Volkswagen plant deshalb einen harten Sparkurs. Bis 2030 sollen allein in Deutschland rund 50.000 Stellen wegfallen. Gleichzeitig versucht der Konzern, mit neuen Modellen und einer effizienteren Kostenstruktur wieder stärker zu wachsen. Das kam bei Anlegern gut an. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von rund 3,5 Prozent zum Handelsstart.
Dafür zeigt sich VW bei der Dividende großzügiger als gedacht, auch wenn es weniger gibt als im Vorjahr. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung eine Ausschüttung von 5,26 Euro je Aktie vorschlagen. "Der Dividendenvorschlag liegt über den Erwartungen und profitiert neben der besseren operativen Entwicklung auch von einer besseren Steuerquote", kommentiert DZ-Bank-Analyst Michael Punzet.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Volkswagen (VW) Vz Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +2,08 % und einem Kurs von 91,42EUR auf Tradegate (10. März 2026, 10:36 Uhr) gehandelt.

