Paukenschlag für Anleger
BioNTech meldet Milliardenverlust – Gründer gehen, Aktie crasht um ein Fünftel
BioNTech überrascht mit einem Milliardenverlust, schwächerem Ausblick – und dem angekündigten Rückzug der Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci. Die Aktie bricht vorbörslich um fast 20 Prozent ein.
- Milliardenverlust: Q4 rot Jahresminus 1,14 Mrd
- Ausblick schwach, F&E-Aufwand 2,2-2,5 Mrd 2026
- Gründerabgang; Aktie bricht vorbörslich -20%
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Im vierten Quartal rutschte BioNTech in die roten Zahlen. Das Unternehmen meldete einen bereinigten Verlust von 0,33 Euro je Aktie, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 1,79 Euro erzielt worden war. Analysten hatten lediglich mit einem Verlust von 0,16 Euro gerechnet. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum auf 907,4 Millionen Euro nach 1,19 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, lag damit jedoch über den Erwartungen der Analysten von rund 768 Millionen Euro.
Auch im Gesamtjahr spiegelte sich der Übergang vom Pandemie-Boom zu einem forschungsgetriebenen Biotech-Unternehmen wider. BioNTech verbuchte 2025 einen Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro, nachdem das Minus im Vorjahr noch bei rund 665 Millionen Euro gelegen hatte. Der Umsatz stieg dagegen leicht auf 2,87 Milliarden Euro, unter anderem dank Erlösen aus der Kooperation mit Bristol Myers Squibb.
Für das laufende Jahr bleibt der Ausblick vorsichtig. BioNTech erwartet 2026 einen Umsatz zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro und damit deutlich weniger als die von Analysten prognostizierten rund 2,75 Milliarden Euro. Gleichzeitig plant das Unternehmen weiterhin hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro, um seine Pipeline an mRNA-basierten Krebsmedikamenten voranzutreiben.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erregte jedoch eine strategische Personalentscheidung: Die beiden Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen das Unternehmen verlassen und ein neues unabhängiges Biotech-Unternehmen gründen, das sich auf mRNA-Technologien der nächsten Generation konzentrieren soll. Das Ehepaar hinter dem während der Pandemie weltweit eingesetzten COVID-19-Impfstoff erklärte, man sei "bereit, wieder zu Pionieren zu werden".
Der Übergang soll bis spätestens Ende 2026 erfolgen. Der Aufsichtsrat hat bereits mit der Suche nach Nachfolgern für die Positionen des Vorstandschefs und der medizinischen Vorständin begonnen. BioNTech plant, bestimmte mRNA-Rechte und Technologien in das neue Unternehmen einzubringen und im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung sowie mögliche Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren zu erhalten. Gleichzeitig betonte der Konzern, dass seine bestehende Pipeline, darunter mehrere fortgeschrittene Onkologieprogramme, unverändert weiterentwickelt werde.
An der Börse reagierten Anleger jedoch nervös auf die Kombination aus schwächerem Ausblick und dem angekündigten Gründerabgang. Die in den USA gelistete BioNTech-Aktie verliert im vorbörslichen Handel zeitweise fast 20 Prozent. Auf Tradegate zeigt sich ein ähnlicher Kursrückgang.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

