Hormus wird zum Pulverfass

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    "Der Rohölpreis WIRD auf 200 Dollar steigen – kein Clickbait, brutale Physik"

    Der Iran-Krieg hat den Ölmarkt erschüttert. Bleibt der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus massiv gestört, könnte der Preis laut Rory Johnston explodieren.

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    Hormus wird zum Pulverfass - "Der Rohölpreis WIRD auf 200 Dollar steigen – kein Clickbait, brutale Physik"

    Der Krieg im Nahen Osten hat die Energiemärkte zuletzt massiv erschüttert – doch nach dem jüngsten Preissprung geriet der Ölpreis am Dienstag plötzlich unter Druck. Auslöser waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump vom Vorabend. Er erklärte, die USA und Israel machten im Krieg gegen den Iran große Fortschritte und der Konflikt könne "sehr bald" enden. Gleichzeitig stellte Trump in Aussicht, bestimmte Ölsanktionen zu lockern, um die Preise zu stabilisieren. "Wir wollen die Ölpreise niedrig halten", sagte der Präsident.

    Zuvor hatte der Konflikt den Ölmarkt in einen regelrechten Schockzustand versetzt. Brent-Rohöl war zeitweise auf fast 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen – der höchste Stand seit Jahren – bevor der Preis nach Trumps Aussagen wieder auf rund 91 US-Dollar zurückfiel. Trotzdem liegen die Ölpreise weiterhin deutlich über dem Niveau zu Jahresbeginn, da Händler die Risiken für die globale Versorgung weiterhin hoch einschätzen.

    Der zentrale Unsicherheitsfaktor bleibt die Straße von Hormus. Durch die Meerenge zwischen Iran und Oman wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls transportiert. Wegen der militärischen Eskalation meiden viele Tanker die Passage, was die Energiepreise weltweit nach oben getrieben hat. Mehrere Produzenten am Persischen Golf mussten ihre Produktion bereits drosseln, weil Tanker ihre Ladung nicht mehr sicher aus der Region transportieren können.

    Die Turbulenzen treffen bereits Verbraucher. In den USA liegt der durchschnittliche Benzinpreis inzwischen bei etwa 3,50 US-Dollar pro Gallone – der höchste Stand seit Juli 2024. Auch in Europa sind die Gaspreise wieder gestiegen, der wichtige TTF-Benchmark notiert zeitweise um 50 Euro je Megawattstunde.

    Sollten die massiven Störungen im Tankerverkehr anhalten, warnen Analysten vor einem historischen Preisschock. Der Rohstoffexperte Rory Johnston, Autor des Newsletters "Commodity Context", hält sogar einen drastischen Anstieg für möglich. "Der Rohölpreis WIRD auf 200 Dollar [pro Barrel] steigen und weiter steigen, wenn der Verkehr durch die Meerenge nicht wieder aufgenommen wird", schrieb er. "Das ist kein Clickbait, sondern brutale Physik und notwendige wirtschaftliche Anreize."

    Auch andere Marktbeobachter sehen erhebliche Risiken. Laut Claudio Galimberti vom Forschungsunternehmen Rystad Energy könnte eine mehrwöchige Blockade der Straße von Hormus dazu führen, dass täglich rund 15 Millionen Barrel Öl weniger gefördert werden. Der Markt würde sich damit von einer komfortablen Überversorgung in ein historisches Angebotsdefizit drehen.

    Gleichzeitig suchen große Förderländer nach Ausweichrouten. Der saudische Ölkonzern Aramco erklärte, eine Pipeline zur Westküste des Königreichs könne innerhalb weniger Tage auf volle Kapazität hochgefahren werden. Sie würde einen Teil der Exporte ermöglichen, ohne die Straße von Hormus zu nutzen.

    Ob sich der Ölmarkt tatsächlich beruhigt, hängt jedoch maßgeblich vom weiteren Verlauf des Konflikts ab. Trotz Trumps optimistischer Aussagen greift der Iran weiterhin Ziele in der Golfregion mit Drohnen und Raketen an. Für Händler bleibt damit offen, ob die Straße von Hormus bald wieder vollständig geöffnet wird – oder ob der Energiemarkt tatsächlich vor der "Mutter aller Ölschocks" steht.

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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