Aktie in einem Jahr verdoppelt
TSMC: KI-Nachfrage explodiert, Smartphone-Markt schwächelt
Der KI-Boom sorgt für volle Auftragsbücher bei TSMC. Doch steigende Speicherpreise belasten Smartphones und PCs. Die Umsätze des Chipriesen wachsen zwar kräftig – bleiben aber leicht hinter den Erwartungen der Analysten
- KI-Boom füllt TSMC-Auftragsbücher massiv 2026!
- Hohe Speicherpreise dämpfen Smartphones/PCs!!!
- Umsatzwachstum kräftig, aber unter Prognose!!!
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Der taiwanische Halbleiterriese Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) profitiert weiterhin massiv vom globalen Ausbau der KI-Infrastruktur. Dennoch zeigt sich im laufenden Jahr eine kleine Lücke zwischen Realität und den sehr hohen Erwartungen der Analysten.
In den ersten beiden Monaten 2026 stiegen die Umsätze des wichtigsten Auftragsfertigers für Apple um rund 30 Prozent. Das ist ein kräftiger Zuwachs – liegt jedoch leicht unter dem Wachstum von 33 Prozent, das Analysten für das gesamte erste Quartal prognostizieren.
Ein möglicher Grund: Die rasant steigenden Preise für Speicherchips könnten inzwischen die Nachfrage nach Smartphones und PCs dämpfen. TSMC verschiebt seine Produktionskapazitäten zunehmend in Richtung besonders leistungsfähiger Prozessoren von Nvidia und AMD, die vor allem in KI-Rechenzentren eingesetzt werden. Gleichzeitig führt der enorme Bedarf dieser Anlagen an moderner Speichertechnologie zu Engpässen bei konventionellen Speicherchips.
Bloomberg-Intelligence-Analyst Charles Shum sieht darin eine plausible Erklärung für die schwächere Nachfrage bei Endgeräten. Die Entwicklung spreche weniger für eine Abkühlung im KI-Geschäft, sondern eher für Druck auf Smartphone- und PC-Lieferungen. Entsprechend könnte TSMC im laufenden Quartal lediglich das untere Ende seiner eigenen Umsatzprognose erreichen.
Die Nachfrage wird getrieben von den Mega-Investitionen der Hyperscaler. Tech-Konzerne wie Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft planen allein in diesem Jahr Investitionen von rund 650 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur. Um diese Nachfrage bedienen zu können, baut TSMC seine Produktionskapazitäten massiv aus.
Auch finanziell ist der Konzern für diese Expansion gut gerüstet. Nach einer Rekordmarge von über 62 Prozent im Jahr 2025 plant TSMC für 2026 Investitionen von bis zu 56 Milliarden US-Dollar. Die Aktie zeigte sich zuletzt jedoch volatil: Nach geopolitischen Spannungen fiel sie Anfang März zurück und notiert am Dienstagnachmittag bei 300 Euro – auf Sicht von zwölf Monaten immer noch ein Plus von gut 91 Prozent.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
