Der Markt tanzt am Abgrund

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    Das ist die Downside für US-Aktien im Iran-Krieg, warnt JPMorgan

    Trotz kurzfristiger Entspannung am Ölmarkt bleibt die Lage fragil. Der Konflikt im Nahen Osten könnte laut Strategen stärker auf die Börsen durchschlagen als viele erwarten.

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    Der Markt tanzt am Abgrund - Das ist die Downside für US-Aktien im Iran-Krieg, warnt JPMorgan

    Die Eskalation des Kriegs im Nahen Osten sorgt weiterhin für Nervosität an den Finanzmärkten. Strategen der US-Großbank JPMorgan warnen, dass Anleger die möglichen Folgen für Aktien derzeit unterschätzen könnten. Laut dem Trading Desk der Bank droht dem S&P 500 eine Korrektur von bis zu zehn Prozent, sollte sich der Konflikt rund um den Iran erneut verschärfen und die Energiepreise hoch bleiben.

    Andrew Tyler, Leiter der globalen Marktforschung bei JPMorgan, erklärte, er sei angesichts der jüngsten Entwicklungen "taktisch bearish" für US-Aktien geworden. Hintergrund seien vor allem Angriffe auf Ölinfrastruktur in der Region, die den Ölpreis über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben hatten. "Es gab eine deutliche Eskalation, da die Ölinfrastruktur auf beiden Seiten getroffen wurde ... Der Präzedenzfall von Angriffen auf die Ölinfrastruktur hat offiziell begonnen", heißt es in einer Mitteilung des Rohstoff-Trading-Desks von JPMorgan.

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    Eine solche Entwicklung könnte den S&P 500 laut JPMorgan bis auf etwa 6.270 Punkte drücken – rund zehn Prozent unter seinem Rekordhoch und etwa 7,7 Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag bei 6.795,99 Punkten.

    Der Ölmarkt hat zuletzt allerdings wieder etwas nachgegeben. Nachdem US-Präsident Donald Trump angedeutet hatte, der Krieg könne "sehr bald2 beendet werden, fiel der Preis für Brent-Rohöl am Dienstag zunächst deutlich zurück. Zuvor war er infolge der militärischen Eskalation zeitweise auf fast 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen.

    Trotz dieser kurzfristigen Entspannung bleibt die Lage fragil. Der Chef-Markttechniker von BTIG, Jonathan Krinsky, verweist darauf, dass der S&P 500 trotz steigender Energiepreise und eines überraschend schwachen US-Arbeitsmarktberichts bislang eine wichtige Unterstützung verteidigt hat. Der Leitindex habe die Marke von 6.700 Punkten zuletzt mehrfach getestet und gehalten.

    Sollte diese Schwelle jedoch fallen, könnte sich der Druck rasch verstärken. In diesem Fall sieht Krinsky den nächsten wichtigen technischen Anlaufpunkt beim 200-Tage-Durchschnitt des Index bei rund 6.582 Punkten.

    Zusätzliche Sorge bereitet vielen Strategen die extreme Volatilität am Ölmarkt. Analysen von RBC zeigen, dass starke Bewegungen der Brent-Futures von mehr als 30 Prozent innerhalb eines Monats in der Vergangenheit häufig mit erhöhter Turbulenz an den Aktienmärkten einhergingen. In vielen Fällen fiel ein solcher Energieschock mit einer Rezession zusammen oder ging ihr voraus.

    RBC-Chefstrategin Lori Calvasina betont jedoch, dass die unmittelbaren Auswirkungen höherer Energiepreise auf die Unternehmensgewinne bislang begrenzt erscheinen. In einer Befragung der Analysten des Hauses gaben 72 Prozent an, dass steigende Öl- und Gaspreise für die Gewinne vieler Unternehmen außerhalb des Energiesektors derzeit nur geringe oder gar keine direkten Effekte hätten.

    Dennoch bleibt die Sorge, dass eine erneute Eskalation im Nahen Osten den Ölmarkt wieder nach oben treiben und damit auch die globalen Aktienmärkte stärker unter Druck setzen könnte.

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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