Bilanzchaos

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    Gerresheimer verschiebt Zahlen erneut – jetzt droht der SDax-Rauswurf

    Gerresheimer steckt seit Monaten wegen Bilanzproblemen, verschobenen Zahlen und Ermittlungen in der Krise und nun droht sogar der Rauswurf aus dem SDax.

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    Bilanzchaos - Gerresheimer verschiebt Zahlen erneut – jetzt droht der SDax-Rauswurf

    Gerresheimer steht vor einem weiteren schweren Rückschlag. Wegen einer erneuten Verschiebung der Vorlage seines testierten Jahresabschlusses 2025 droht dem Unternehmen der Ausschluss aus dem Nebenwerteindex SDax. Der Konzern teilte am Dienstagabend mit, dass der Geschäftsbericht nicht wie ursprünglich geplant bis zum 31. März veröffentlicht werden könne. Stattdessen peilt der Vorstand nun eine Veröffentlichung im Juni an.

    Damit würde Gerresheimer gegen die Transparenzanforderungen der Deutschen Börse für Indexmitglieder verstoßen. Ein Verbleib im SDax gilt unter diesen Umständen als unwahrscheinlich.

    Verzögerte Bilanz: Untersuchungen dauern länger als erwartet

    Als Grund für die Verzögerung nannte der Konzern laufende Untersuchungen durch eine zweite externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Diese prüft Geschäftsvorgänge aus den Jahren 2024 und 2025, nachdem interne Hinweise auf mögliche Bilanzierungsprobleme aufgetaucht waren.

    Die Auswertung der Unterlagen sowie deren Aufbereitung für die Abschlussprüfung dauere länger als erwartet, erklärte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung. Bereits im Februar hatte Gerresheimer das ursprünglich für Ende Februar geplante Datum für die Veröffentlichung des Geschäftsberichts abgesagt.

    Hauptversammlung und Quartalszahlen ebenfalls verschoben

    Die Konsequenzen der Verzögerung reichen über den Geschäftsbericht hinaus. Auch die ursprünglich für den 3. Juni angesetzte Hauptversammlung kann nicht wie geplant stattfinden.

    Ebenso muss die Veröffentlichung der Zahlen für das erste Geschäftsquartal verschoben werden. Diese waren ursprünglich für den 16. April vorgesehen.

    Bilanzierungsprobleme belasten

    Gerresheimer kämpft seit Monaten mit schweren Zweifeln an seiner Rechnungslegung. Ende 2025 hatte der Konzern erstmals eingeräumt, dass Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und internationale Bilanzierungsregeln verstoßen hatten.

    Dabei wurden Umsätze verbucht, obwohl die entsprechende Ware noch nicht ausgeliefert war.

    Doch die interne Aufarbeitung brachte weitere mögliche Probleme ans Licht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) weitete ihre Prüfungen inzwischen deutlich aus. Neben dem Geschäftsbericht 2023/24 untersucht die Behörde auch Geschäftsvorgänge zwischen Dezember 2024 und Mai 2025.

    Gerresheimer warnt vor Abschreibungen

    Zudem könnten erhebliche Wertminderungen anfallen. Das Unternehmen stellte Abschreibungen von insgesamt 220 bis 240 Millionen Euro in Aussicht. Betroffen sind vor allem die Schweizer Tochter Sensile Medical sowie ein Standort im US-amerikanischen Chicago.

    Die möglichen Anpassungen könnten die Ergebnislage deutlich belasten. Der Gewinn je Aktie dürfte nach bisherigen Schätzungen zweistellig einbrechen. Ein Verlust für das Geschäftsjahr wird inzwischen nicht mehr ausgeschlossen.

    Aktie im freien Fall

    An der Börse hat die Krise tiefe Spuren hinterlassen. Seit März 2025 hat die Aktie rund 80 Prozent ihres Wertes verloren und ein Mehrjahrestief erreicht. Schon seit September 2023 befindet sich der Kurs im Abwärtstrend.

    Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

    Die Gerresheimer Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,22 % und einem Kurs von 16,29EUR auf Lang & Schwarz (11. März 2026, 07:58 Uhr) gehandelt.



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    Verfasst vonRedakteurPascal Grunow
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