Pentagon-Blacklist
Microsoft unterstützt Anthropic im Streit mit US-Verteidigungsministerium
Microsoft stellt sich im Milliardenstreit zwischen dem KI-Startup Anthropic und dem Pentagon hinter das Unternehmen und warnt vor Folgen für Militär und Techbranche.
- Fordert Stopp gegen Pentagon-Sperre und warnt.
- Einstufung als Risiko bedroht Milliardenumsätze
- Microsoft warnt Umbau könnte Militärfähigkeit schädigen
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Der Konflikt zwischen dem US-Verteidigungsministerium und dem KI-Startup Anthropic eskaliert weiter. Nun hat sich Microsoft öffentlich auf die Seite des Unternehmens gestellt und ein Gericht aufgefordert, die Entscheidung des Pentagons vorläufig auszusetzen, Anthropic als Risiko für die US-Lieferkette einzustufen.
Microsoft argumentiert, ein temporärer gerichtlicher Stopp der Maßnahme sei notwendig, um "einen geordneten Übergang zu ermöglichen" und die Nutzung moderner KI-Technologien durch das US-Militär nicht abrupt zu unterbrechen.
Ohne eine solche einstweilige Verfügung müssten Microsoft und andere Technologieanbieter ihre bestehenden Produkte und Vertragsstrukturen mit dem Verteidigungsministerium kurzfristig umbauen. Dies könnte laut Microsoft "die Einsatzfähigkeit amerikanischer Streitkräfte zu einem kritischen Zeitpunkt beeinträchtigen".
Pentagon stuft Anthropic als Lieferkettenrisiko ein
Der Hintergrund des Rechtsstreits ist eine Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums aus der vergangenen Woche. Das Pentagon erklärte die Technologie von Anthropic offiziell zu einem Risiko für die nationale Lieferkette und untersagte deren Nutzung in Projekten mit militärischem Bezug.
Auslöser des Konflikts waren offenbar gescheiterte Vertragsverhandlungen zwischen Anthropic und dem Verteidigungsministerium.
Das Unternehmen wollte Zusicherungen, dass seine KI-Modelle nicht für vollständig autonome Waffen oder für großflächige Überwachung der US-Bevölkerung eingesetzt werden.
Das Pentagon hingegen verlangte weitreichenden Zugang zu den Systemen für "alle rechtmäßigen Zwecke".
Da beide Seiten ihre Positionen nicht aufgaben, brachen die Gespräche ab. Kurz darauf folgte die Einstufung als Lieferkettenrisiko.
Milliardenrisiko für ein 380-Milliarden-Dollar-Startup
Vor Gericht argumentierten Anwälte von Anthropic, dass die Entscheidung bereits erhebliche wirtschaftliche Folgen auslöse. Laut Unternehmensangaben hätten sich mehr als 100 Großkunden an Anthropic gewandt, um ihre Zusammenarbeit zu überdenken.
Der Finanzchef von Anthropic schätzt, dass die Auswirkungen auf den Umsatz im Jahr 2026 zwischen mehreren hundert Millionen und mehreren Milliarden US-Dollar liegen könnten.
Microsoft sieht eigene Militärprojekte betroffen
Microsoft ist nicht nur Investor in Anthropic, sondern integriert dessen KI-Modelle auch in Technologien, die über die eigene Cloud-Plattform an US-Behörden und das Militär geliefert werden.
Im November kündigte Microsoft an, bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic investieren zu wollen.
Sollte das Pentagon mit seiner Einstufung Erfolg haben, könnte dies die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Auftraggebern und privaten KI-Unternehmen deutlich verändern.
Gleichzeitig steht viel Geld auf dem Spiel: Der Markt für militärische KI-Anwendungen wächst rasant, und große Cloud-Anbieter wie Microsoft, Amazon und Google konkurrieren intensiv um Regierungsaufträge.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Die Microsoft Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,27 % und einem Kurs von 350USD auf Tradegate (11. März 2026, 08:48 Uhr) gehandelt.

