Goldbergbauunternehmen
Harmony Gold produziert erstmals Kupfer – und das war erst der Anfang
Harmony Gold liefert erstmals Kupfer aus Australien. Während die Goldproduktion sinkt, steigen Gewinn, Dividende und die Ambitionen im Bereich des Boom-Metalls Kupfer. Die Aktie veliert trotzdem.
- Harmony liefert erstmals Kupfer aus Australien
- Goldförderung -9%, Gewinn & Dividende steigen.
- Aktie -8%, Kurs 15,20 € Ziel: 100.000 t Kupfer
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Der südafrikanische Goldproduzent Harmony Gold Mining hat im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres 2026, das am 31. Dezember 2025 endete, erstmals Kupfer produziert. Wie Bloomberg berichtet, kamen aus dem australischen CSA-Bergwerk in den sechs Monaten bis Dezember 3.913 Tonnen Kupferkonzentrat. Was nach einer Randnotiz klingt, ist strategisch von großer Bedeutung.
Denn Harmony will sich nicht mehr nur auf Gold verlassen. Mit dem Zukauf der CSA-Mine in New South Wales, der am 24. Oktober abgeschlossen wurde, und dem Baustart für das Eva-Kupferprojekt in Queensland verschiebt der Konzern seinen Schwerpunkt spürbar. Gold bleibt zwar das Kerngeschäft. Doch der Einstieg in den Kupferbereich zeigt, wohin die Reise gehen soll: zu einem Metall, das für die Elektrifizierung und die Energiewende besonders gefragt ist.
Das ist aus zwei Gründen für Anleger brisant. Erstens versucht Harmony, sich ein zweites Standbein in einem Markt aufzubauen, von dessen steigender Nachfrage das Unternehmen profitieren könnte. Zweitens findet dieser Strategiewechsel in einer Phase statt, in der das klassische Goldgeschäft nicht rundläuft. So sank die Goldproduktion im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 gegenüber dem vorherigen Halbjahr um 9 Prozent auf 724.000 Unzen. Das Unternehmen wurde vor allem durch ein mechanisches Problem in der Hidden-Valley-Mine in Papua-Neuguinea sowie durch Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Cyanid für die südafrikanischen Betriebe belastet.
Umso bemerkenswerter ist ein Blick auf die Gewinne: Der Nettogewinn in den sechs Monaten bis zum 31. Dezember 2025 sprang trotzdem um fast ein Viertel auf 9,7 Milliarden Rand (597 Millionen US-Dollar). Rückenwind kam vom anhaltenden Höhenflug des Goldpreises, der seit Beginn des vergangenen Jahres stark gestiegen ist. Harmony nutzt diese Stärke nun offenbar, um sich für die nächste Rohstoffphase aufzustellen.
Die Ziele sind ambitioniert. So erwartet der Konzern für die CSA-Mine im laufenden Zwölfmonatszeitraum bis Juni bis zu 18.500 Tonnen Kupferkonzentrat. Für die Entwicklung der Eva-Mine will Harmony in den kommenden drei Jahren bis zu 1,75 Milliarden US-Dollar investieren. Sobald dieses Projekt läuft, peilt das Unternehmen eine jährliche Kupferproduktion von 100.000 Tonnen an.
Die Botschaft an den Markt ist damit klar: Harmony Gold bleibt Goldproduzent, will beim Kupfer aber künftig deutlich mehr als nur mitmischen. Dass der Konzern trotz sinkender Goldförderung eine Rekord-Zwischendividende von 3,4 Milliarden Rand ankündigt, macht die neue Stoßrichtung für Investoren noch einmal deutlich.
An der Börse Frankfurt verliert die Harmony Gold Mining Aktie am Mittwochvormittag fast acht Prozent an Wert. Aktuell kostet ein Anteilschein 15,20 Euro (Stand: 10:09 Uhr).
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

