400 Mio. Barrel schwarzes Gold

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    Regierungen bereiten größten Eingriff in den Ölmarkt aller Zeiten vor

    Die Energiekrise zwingt Regierungen zum Handeln. Eine koordinierte Freigabe strategischer Reserven könnte den Ölmarkt massiv bewegen.

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    400 Mio. Barrel schwarzes Gold - Regierungen bereiten größten Eingriff in den Ölmarkt aller Zeiten vor

    Die Energiekrise im Zuge des Kriegs im Nahen Osten könnte zu einem historischen Eingriff am Ölmarkt führen. Die International Energy Agency erwägt laut dem Wall Street Journal die größte Freigabe strategischer Ölreserven in ihrer Geschichte. Demnach schlägt die in Paris ansässige Organisation vor, 300 bis 400 Millionen Barrel Rohöl aus den Notfallreserven ihrer Mitgliedsstaaten auf den Markt zu bringen. Eine Entscheidung darüber könnte noch am Mittwoch fallen, während die 32 Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur über den Vorschlag beraten.

    Mit dem Schritt wollen Regierungen den starken Anstieg der Energiepreise eindämmen, der durch den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran ausgelöst wurde. Der Ölpreis war Anfang der Woche zeitweise auf fast 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen, nachdem der Ölfluss durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weitgehend gestört worden war. Durch die Meerenge zwischen Iran und Oman wird normalerweise rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert.

    Die geplante Maßnahme würde die bislang größte Intervention der IEA deutlich übertreffen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatten die Mitgliedsstaaten 2022 gemeinsam 182 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freigegeben. Insgesamt verfügen die 32 IEA-Staaten über mehr als 1,2 Milliarden Barrel staatliche Notreserven sowie zusätzlich rund 600 Millionen Barrel an verpflichtenden Industrie-Vorräten.

    Über die Freigabe der Reserven soll auch bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 beraten werden. Frankreichs Industrieminister Roland Lescure erklärte, die Gruppe unterstütze grundsätzlich "proaktive Maßnahmen" wie die Nutzung strategischer Ölreserven, um extreme Marktverwerfungen einzudämmen.

    Auslöser der Debatte ist die massive Störung der Ölversorgung im Nahen Osten. Mehrere Produzenten am Persischen Golf mussten ihre Förderung drosseln, da Tanker wegen der Sicherheitslage kaum noch durch die Straße von Hormus fahren. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak haben ihre Produktion teilweise reduziert, während die VAE nach einem Drohnenangriff vorsorglich auch den Betrieb ihrer größten Raffinerie in Ruwais gestoppt haben.

    Dennoch bezweifeln einige Analysten, dass selbst eine massive Freigabe der Reserven ausreichen würde, um den Ausfall vollständig zu kompensieren. Schätzungen zufolge könnten derzeit 11 bis 16 Millionen Barrel pro Tag an Lieferungen aus dem Persischen Golf fehlen. Selbst wenn die maximale Entnahmerate der strategischen US-Ölreserve mit zusätzlichen Freigaben anderer IEA-Staaten kombiniert würde, könnte damit nur ein Teil dieser Lücke geschlossen werden.

    Hinzu kommt, dass strategische Reserven nicht sofort am Markt verfügbar sind. Allein bei der US-Strategischen Ölreserve kann es nach einer politischen Entscheidung bis zu 13 Tage dauern, bis die ersten zusätzlichen Barrel tatsächlich auf den Markt gelangen.

    Die IEA hat in ihrer Geschichte bislang fünf koordinierte Notfallmaßnahmen organisiert – etwa vor dem Golfkrieg 1991, nach den Hurrikanen Katrina und Rita 2005, während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 sowie zweimal im Jahr 2022 infolge der Marktverwerfungen nach Russlands Angriff auf die Ukraine. Eine Freigabe von bis zu 400 Millionen Barrel wäre jedoch mit Abstand die größte Intervention seit Gründung der Organisation.

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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