Effizienteres Stromnetz
Tesla und Google starten Partnerschaft für niedrigere KI-Strompreise
Mit der Initiative "Utilize" verbünden sich Tesla und Google, um das US-Stromnetz effizienter zu nutzen und so steigende Energiekosten durch den KI-Boom zu bremsen.
- Tesla+Google gründen Utilize zur Stromsenkung.
- US-Netz 18–52% genutzt; spart bis 100 Mrd USD.
- Batterien & Mikronetze; Effizienz; Aktien kaum
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Tesla und Google bündeln ihre Kräfte, um gegen steigende Strompreise in den USA vorzugehen. Die beiden Technologiekonzerne gehören zu den Gründungsmitgliedern einer neuen Brancheninitiative namens "Utilize", die darauf abzielt, die Nutzung des bestehenden Stromnetzes deutlich zu verbessern und so die Kosten für Verbraucher zu senken.
Die Koalition, zu der neben Tesla und dem Google-Mutterkonzern Alphabet auch der Rechenzentrumsentwickler Verrus gehört, wurde am Dienstag offiziell vorgestellt. Ihr Fokus liegt darauf, gemeinsam mit US-Gesetzgebern, Bundesstaaten und Regulierungsbehörden Strategien zu entwickeln, mit denen vorhandene Stromnetzinfrastruktur effizienter eingesetzt werden kann.
Stromnetz oft nur teilweise ausgelastet
Im Zentrum der Initiative steht ein strukturelles Problem der Energieversorgung: Das Stromnetz in den USA wurde historisch darauf ausgelegt, kurzfristige Spitzenlasten abzudecken – mit der Folge, dass ein erheblicher Teil der Infrastruktur die meiste Zeit ungenutzt bleibt.
Eine Studie der Stanford University, auf die sich die Initiative beruft, kommt zu dem Ergebnis, dass viele Übertragungsleitungen lediglich zwischen 18 und 52 Prozent ihrer verfügbaren Kapazität nutzen. Laut Utilize könnte eine intelligentere Nutzung der bestehenden Infrastruktur amerikanischen Verbrauchern Stromkosten in Höhe von bis zu 100 Milliarden US-Dollar ersparen.
Strompreise unter Druck durch KI-Boom
Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Technologieunternehmen zunehmend wegen ihres wachsenden Energiebedarfs unter Druck geraten. Große Technologieunternehmen investieren derzeit hunderte Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur. Dieser Ausbau von Künstlicher Intelligenz treibt den Stromverbrauch von Rechenzentren in die Höhe.
Nach Schätzungen von BloombergNEF wird sich der Strombedarf von US-Datenzentren zwischen 2024 und 2035 nahezu verdreifachen.
Gleichzeitig beantragten Energieversorger im vergangenen Jahr laut der Organisation PowerLines Preiserhöhungen von fast 31 Milliarden US-Dollar.
Batteriespeicher und dezentrale Energie im Fokus
Ein zentraler Baustein der Strategie von Tesla und Google ist der Ausbau von Energiespeichern. Batterietechnologien und dezentrale Energiequellen könnten dabei helfen, Strom effizienter im Netz zu verteilen und Lastspitzen abzufedern.
Tesla baut sein Energiegeschäft bereits seit Jahren aus. Das Unternehmen bietet sowohl private als auch kommerzielle Energiesysteme an und könnte perspektivisch auch großflächige Solarprojekte entwickeln. Zu den potenziellen Großkunden zählt unter anderem das von Elon Musk gegründete KI-Unternehmen xAI, das plant, Tesla-Batteriesysteme zur Energieversorgung seiner Rechenzentren einzusetzen.
Auch Google investiert verstärkt in neue Energiesysteme. Im Januar beteiligte sich der Konzern an einem Start-up, das ausgediente Batterien aus Elektrofahrzeugen recycelt, um damit Mikronetze zu betreiben.
Aktien reagieren kaum
An der Börse reagierten die Aktien der beteiligten Unternehmen nur moderat auf die Nachricht. Die Tesla-Aktie schloss zuletzt 0,1 Prozent höher bei 399 US-Dollar. Die Alphabet-Aktie legte um 0,2 Prozent auf 307 US-Dollar zu.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

