500-Mio.-Dollar-Wette
BYD prüft Einstieg in die Königsklasse des Motorsports
Der Elektroauto-Riese prüft laut Bloomberg mehrere Optionen für einen Einstieg in den internationalen Rennsport – ein Projekt, das bis zu 500 Millionen US-Dollar pro Saison kosten könnte.
- BYD prüft Einstieg in F1 und LeMans als Option
- Bis zu 500 Mio$ Saisonkosten, hohe Hürden akut
- Imagegewinn, USA-Zugang, FIA befürwortet global
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Der chinesische Elektroautokonzern BYD prüft laut einem Bericht von Bloomberg erstmals einen Einstieg in den internationalen Motorsport – und damit möglicherweise auch in die Formel 1. Nach dem rasanten globalen Wachstum des Unternehmens erwägen die Manager mehrere Optionen, um die Marke weltweit stärker zu positionieren. Diskutiert werden sowohl der Aufbau eines eigenen Teams als auch der Einstieg über eine Übernahme oder Beteiligung an einem bestehenden Rennstall. Neben der Formel 1 steht auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft mit dem berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans zur Debatte.
Eine endgültige Entscheidung ist nach Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen noch nicht gefallen. Der Schritt wäre für BYD jedoch ein strategischer Vorstoß in eine Sportart, die bislang vor allem von europäischen und amerikanischen Herstellern dominiert wird. Ein chinesisches Team wäre dort eine Premiere und könnte die internationale Sichtbarkeit der Marke deutlich erhöhen.
Die Hürden für einen Einstieg sind allerdings hoch. Allein die Entwicklung eines konkurrenzfähigen Formel-1-Autos und die Vorbereitung eines Teams erfordern oft jahrelange Verhandlungen und Investitionen. Nach Einschätzung von Brancheninsidern können die Kosten dabei auf bis zu 500 Millionen US-Dollar pro Saison steigen. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten von deutlich über 100 Millionen US-Dollar.
Der mögliche Vorstoß passt zur strategischen Neuausrichtung von BYD. Der Hersteller, der mit günstigen Elektro- und Hybridautos weltweit expandiert und Tesla inzwischen als größten Elektroautobauer überholt hat, versucht zunehmend, sein Image aufzuwerten. So testete die Luxusmarke Yangwang bereits 2025 ihr Hochleistungsmodell U9 Xtreme auf einer deutschen Rennstrecke und erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 308 Meilen pro Stunde.
Ein Engagement im Motorsport könnte BYD zudem helfen, seine Marke in wichtigen Märkten bekannter zu machen – insbesondere in den USA, wo der Konzern bislang keine Fahrzeuge verkauft. Gleichzeitig erlebt die Formel 1 dort einen Popularitätsschub, befeuert unter anderem durch die Netflix-Serie "Formula 1: Drive to Survive" und zusätzliche Rennen im Land.
Auch von Seiten des Weltverbands FIA gibt es Interesse an neuen Teilnehmern aus China. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem sagte dazu: "Seit zwei Jahren ist es mein Traum, dass die großen Länder in der Formel 1 vertreten sind." Nach dem Einstieg von General Motors sei ein chinesischer Hersteller der nächste logische Schritt. "Die Vereinigten Staaten werden mit General Motors vertreten sein, der nächste Schritt ist die Aufnahme eines chinesischen Herstellers. Wir haben bereits einen Fahrer", fügte Ben Sulayem hinzu und verwies auf den chinesischen Formel-1-Piloten Zhou Guanyu.
Die Formel 1 selbst entwickelt sich technisch zunehmend in Richtung Hybrid-Antriebe. Für die Saison 2026 gelten neue Regeln, die unter anderem eine stärkere Nutzung elektrischer Energie vorsehen – ein Umfeld, das auch für Elektroautohersteller wie BYD strategisch interessant sein könnte.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

