Wachstum auf der Kippe
Hoher Ölpreis wird zur Belastung: Was wird aus Indiens Wirtschaft?
Indiens Wirtschaft wankt: Ölpreise treiben Inflation und Staatsausgaben in die Höhe. Viel hängt davon ab, wo sich der Ölpreis in den nächsten Monaten einpendeln wird.
- Hohe Ölpreise: Inflation steigt, Rupie schwach
- Indien importiert 90% Öl; Reserven 20–25 Tage.
- Ausgaben +3,6 Bio; Ölsubventionen, Preisstopp.
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Ökonomen warnen, dass Indiens Außenhandelsbilanz und die Staatsfinanzen aufgrund der hohen Ölpreise beeinträchtigt werden können, wie Reuters berichtet. Der Nahostkonflikt treibt die Kosten für Ölimporte und die Subventionen, die nötig sind, um wichtige Rohstoffe erschwinglich zu halten, in die Höhe. Indien importiert fast 90 Prozent seines Rohölbedarfs und etwa 50 Prozent seines Gasbedarfs und könnte deshalb am stärksten von einem globalen Ölpreisschock betroffen sein.
Demnach reichen Indiens aktuelle Ölreserven nur noch für 20 bis 25 Tage. Sollten die Ölpreise über einen Zeitraum von fast 12 Monaten bei durchschnittlich 100 US-Dollar pro Barrel liegen, ist auch ein starker Rückgang des Wachstums und ein Anstieg der Inflation in Indien nicht ausgeschlossen. Die Besorgnis drückte zudem den Rupienkurs auf ein Rekordtief und zwang die Zentralbank, Dollar aus ihren Reserven zu verkaufen.
Die jährlichen Ausgaben der Bundesregierung könnten im nächsten Finanzjahr um 3,6 Billionen Rupien (39 Milliarden US-Dollar) steigen, wie das in Mumbai ansässige Wertpapierhaus Elara Securities informierte. Zudem muss die Regierung möglicherweise die Ölkonzerne dazu auffordern, die Benzin- und Dieselpreise im Einzelhandel niedrig zu halten. Ölkonzerne neigen in Zeiten wirtschaftlicher Belastung dazu, Preisanpassungen hinauszuzögern.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
