Nach "Crash wie 1929"
Bei diesem BYD-Kurs würde Michael Burry "aggressiv kaufen"
Der "Big Short"-Investor sieht nach dem Crash chinesischer Aktien großes Potenzial. BYD stuft er als Kauf ein – und nennt sogar eine Marke, bei der er aggressiv zugreifen würde.
- Burry: Chinesische Aktien nach Crash attraktiv.
- BYD: mild kaufen, bei ≤75 HK$ aggressiv kaufen.
- Haidilao: Burry-Favorit, Wachstum und Dividende
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Der für seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt bekannte Investor Michael Burry sieht derzeit Chancen bei chinesischen Aktien – auch wenn er nicht alle Titel gleichermaßen attraktiv bewertet. In einem Blogbeitrag zu in Hongkong gelisteten Unternehmen verwies der "Big Short"-Investor darauf, dass chinesische Aktien in den vergangenen Jahren massiv gefallen seien, obwohl viele Unternehmen weiter gewachsen seien. Chinesische Aktien hätten "einen Crash im Stil von 1929 erlebt, während die Unternehmen weiter wuchsen. Das hat es in der Marktgeschichte seit 1900 noch nie gegeben". Sollte sich die Anlegerstimmung drehen, könnte dies zusammen mit steigenden Gewinnen "erhebliches Aufwärtspotenzial" für in Hongkong notierte Aktien freisetzen.
Im Fokus stehen für Burry derzeit drei Unternehmen, deren Quartalszahlen in den kommenden Wochen erwartet werden: PDD berichtet am 19. März, BYD am 23. März und die Restaurantkette Haidilao am 31. März.
Den Elektroautohersteller BYD bewertet Burry grundsätzlich positiv. Die Aktie stuft er mit sieben von zehn Punkten als "mildes Kaufobjekt" ein. Besonders hebt er das stark vertikal integrierte Geschäftsmodell hervor: BYD produziert wichtige Komponenten wie Chips, Batterien und Motoren selbst und verfügt mit der sogenannten Blade-Batterie über eine eigene Technologie auf Basis von Lithium-Eisenphosphat, die als günstiger und sicherer gilt als viele konkurrierende Batterietypen. Zudem habe die Umstellung weg von staatlichen Großkunden zu einer Freisetzung von rund 40 Milliarden Yuan (etwa 5,8 Milliarden US-Dollar) an Liquidität geführt, die nun unter anderem in internationale Fabrikprojekte fließe. Burry erklärte, er würde die Aktie bei etwa 75 Hongkong-Dollar oder darunter aggressiv kaufen, sofern seine Einschätzung zu diesem Zeitpunkt noch gilt.
Noch attraktiver erscheint ihm derzeit allerdings die Restaurantkette Haidilao. Das Unternehmen sei Chinas einzige nationale Hotpot-Kette und verfüge mit einem Marktanteil von nur rund 2,2 Prozent weiterhin über erhebliches Wachstumspotenzial. Trotz eines kostspieligen Expansionsfehlers während der Pandemie erwirtschaftete Haidilao 2024 einen freien Cashflow von rund 870 Millionen US-Dollar und schüttete etwa 94 Prozent des Gewinns als Dividenden aus. Burry bewertet die Aktie mit acht von zehn Punkten.
Deutlich vorsichtiger äußert sich der Investor hingegen zu PDD Holdings, der Muttergesellschaft von Pinduoduo und Temu. Zwar habe das Unternehmen ein profitables Geschäftsmodell aufgebaut, indem es Zahlungen an Lieferanten stark verzögere und dadurch Kapitalerträge generiere. Gleichzeitig kritisiert Burry jedoch mangelnde Transparenz. "Das Problem von PDD mit der Offenlegung ist ärgerlich", sagte er. Insgesamt sehe er zwar keinen Betrug, wohl aber "mangelhafte Transparenz". Entsprechend bewertet er die Aktie nur mit sechs von zehn Punkten und würde sie lediglich mit einer kleinen Portfolio-Position halten.
Unter den drei Unternehmen bleibt Haidilao derzeit Burrys Favorit – gefolgt von BYD und mit deutlichem Abstand PDD.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

