Wall Street ist überversichert

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    Eine Iran-Headline – und die Absicherungen fliegen raus

    Hedgefonds haben sich laut Goldman Sachs ungewöhnlich stark gegen fallende Kurse abgesichert. Kommt plötzlich eine positive Iran-Meldung, könnten diese Positionen aufgelöst werden – und eine schnelle Rallye auslösen.

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    Wall Street ist überversichert - Eine Iran-Headline – und die Absicherungen fliegen raus

    Die Positionierung großer Investoren könnte laut Goldman Sachs den Weg für eine überraschend starke Aktienrallye ebnen – vorausgesetzt, der Konflikt zwischen den USA und dem Iran entspannt sich. Besonders auffällig sei derzeit, wie stark sich Investoren gegen fallende Kurse abgesichert haben.

    Nach Daten des Prime-Brokerage-Teams der US-Bank befinden sich Short-Positionen auf makroökonomische Produkte wie ETFs oder Index-Futures auf dem höchsten Stand seit September 2022. Gleichzeitig halten spekulative Anleger weiterhin viele Long-Positionen in einzelnen Aktien. Diese Kombination könnte laut Goldman Sachs zu einer dynamischen Aufwärtsbewegung führen, falls positive Nachrichten die Marktteilnehmer dazu zwingen, ihre Absicherungen aufzulösen.

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    "Wenn wir eine Schlagzeile bekämen, die das Ende des Konflikts verkündet, könnte es zu einem starken Anstieg des Index kommen", zitiert Bloomberg Goldman-Stratege John Flood. Der Markt könnte dann schnell um zwei bis drei Prozent steigen, vor allem durch Bewegungen in Index-Futures und anderen makrogetriebenen Trades, so Flood.

    Hedgefonds seien derzeit stark engagiert. Das sogenannte Bruttoengagement – also der Gesamtwert von Long- und Short-Positionen – liegt laut Goldman mit rund 307 Prozent nahe einem historischen Höchststand. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit heftiger Marktbewegungen, sobald sich die Nachrichtenlage verändert.

    Flood betont, dass aktuell das Aufwärtsrisiko größer sein könnte als das Risiko eines starken Einbruchs. Ein kurzer Vorgeschmack auf diese Dynamik war bereits zu beobachten, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, der Krieg mit dem Iran könne "sehr bald" beendet sein. Der S&P 500 drehte nach einem zwischenzeitlichen Rückgang von rund 1,5 Prozent ins Plus und schloss 0,8 Prozent höher – teilweise, weil Investoren zuvor leerverkaufte Positionen zurückkauften.

    Gleichzeitig bleibt das Umfeld für Anleger angespannt. Die geopolitische Unsicherheit sowie Sorgen über Kreditrisiken, künstliche Intelligenz und die Konjunktur belasten weiterhin die Märkte. Fundamental orientierte Long-Short-Hedgefonds verloren laut Goldman in der vergangenen Woche etwa vier Prozent ihrer bisherigen Jahresperformance.

    Viele große Vermögensverwalter warten derzeit ab. "Long-only-Fonds haben seit Jahresbeginn bis zum Ausbruch des Konflikts eine starke Performance gezeigt", sagte Flood. Und weiter: "Angesichts der makroökonomischen Unsicherheit und der erhöhten Volatilität halten sich viele nun zurück und warten auf mehr Klarheit."

    Auch strukturelle Faktoren könnten die Schwankungen verstärken. Zwar ist das tägliche Handelsvolumen deutlich gestiegen, doch die Liquiditätstiefe der Märkte ist laut Goldman stark gesunken. Dadurch können größere Orders die Kurse schneller bewegen.

    Entscheidend dürfte nun die geopolitische Entwicklung sein. "Der Markt hofft auf Anzeichen für eine Lösung innerhalb der nächsten zwei Wochen", sagte Flood. "Wenn sich die Situation ohne positive Fortschritte weiter hinzieht, werden wir aus Sicht der Aktien auf Indexebene ein Problem haben."

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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