KI-Boom trotz Krisenrisiko
Iran-Krieg schürt Chip-Angst – doch Seagate gibt Entwarnung
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für Angst vor Chip- und Speicherengpässen. Doch ein Topmanager von Seagate sieht die KI-Lieferketten vorerst stabil.
- Seagate: KI-Lieferketten kurzfr. stabil betont
- Helium-Ausfall gefährdet Chip- und Laufwerke!!
- KI-Boom treibt Nachfrage; Seagate macht Dichte
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Die Spannungen im Nahen Osten bedrohen nach Einschätzung von Seagate kurzfristig nicht die globale Technologie-Lieferkette. Das sagte Ban Seng Teh, Chief Commercial Officer des Speicherherstellers Seagate, im Gespräch mit Bloomberg TV.
Investoren fürchten, ein längerer Krieg könnte wichtige Rohstoffe verknappen. Besonders im Fokus steht Helium. Das Gas ist entscheidend für die Produktion von Halbleitern und modernen Festplatten.
Teh versucht zu beruhigen: "Derzeit verfügen wir über eine widerstandsfähige Lieferkette, die uns vor kurzfristigen Auswirkungen schützt." Seagate prüfe zudem "mehrere andere Optionen", um seine Versorgung weiter abzusichern.
Helium wird zum kritischen Faktor
Tatsächlich ist die Lage angespannt. Bloomberg Economics schätzt, dass die Stilllegung der Flüssiggasproduktion im katarischen Ras-Laffan-Komplex rund ein Drittel der weltweiten Heliumproduktion vom Markt genommen hat.
Für die Chipindustrie wäre ein längerer Ausfall problematisch. Helium ist ein unverzichtbarer Bestandteil vieler Produktionsprozesse. Einen einfachen Ersatz gibt es nicht.
Michael Deng, Analyst bei Bloomberg Intelligence, warnt daher vor möglichen Folgen: "Wenn die Störung über die nächsten Wochen hinaus anhält, könnte der Heliummangel die Chiphersteller dazu zwingen, noch mehr Produktionskapazitäten für KI-Speicher bereitzustellen, was den ohnehin schon gravierenden Speichermangel noch verschärfen würde."
Auch hochkapazitive Festplatten benötigen Helium.
KI-Boom treibt Nachfrage nach Speicher
Parallel steigt die Nachfrage nach Speichertechnik rasant. Weltweit investieren Unternehmen Milliarden in neue Rechenzentren, um Anwendungen für künstliche Intelligenz zu betreiben.
Seagate und der Wettbewerber Western Digital liefern den Großteil der Festplatten für langfristige Datenspeicherung in Rechenzentren und PCs. Beide Unternehmen haben bereits gewarnt, dass ihre Festplatten für das Jahr 2026 komplett ausverkauft sind.
Teh sieht hinter dem Nachfrageboom einen strukturellen Wandel: "Unternehmen können nicht umhin, in KI zu investieren."
Seagate plant dennoch keine massive Ausweitung der Stückzahlen. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen darauf, die Speicherdichte pro Festplatte zu erhöhen. Preise dürften sich laut Teh erst in den kommenden Jahren stabilisieren.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

