US-Softwarekonzern
Adobe-CEO tritt zurück, Aktie nachbörslich tiefrot trotz robuster Zahlen
Adobe überrascht mit einem Chefwechsel: CEO Shantanu Narayen will nach der Suche nach einem Nachfolger abtreten. Trotz starker Zahlen fällt die Aktie nachbörslich deutlich. Anleger reagieren nervös.
- Narayen kündigt Rückzug; Aktie fällt 7% stark.
- Quartal: Gewinn je Aktie und Umsatz über Ziel.
- KI-Ausbau stark; Figma-Deal scheitert, 1 Mrd!!
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Beim Softwarekonzern Adobe steht ein Führungswechsel an – und Anleger reagieren nervös. Der langjährige Vorstandschef Shantanu Narayen kündigte an, seinen Posten abzugeben, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Nach der Meldung geriet die Aktie im nachbörslichen Handel unter Druck und verlor rund 7 Prozent.
Operativ präsentierte sich das Unternehmen dennoch robust. Im abgelaufenen Quartal übertraf Adobe die Erwartungen der Analysten: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,06 US-Dollar (erwartet wurden 5,87 US-Dollar) und der Umsatz bei 6,40 Milliarden US-Dollar (erwartet wurden 6,28 Milliarden US-Dollar). Für das laufende Quartal stellte das Unternehmen ebenfalls Ergebnisse über den Marktschätzungen in Aussicht.
Trotz der starken Zahlen bleibt die Aktie unter Druck. Seit Jahresbeginn hat sie rund 23 Prozent verloren, während viele Investoren befürchten, dass generative KI das klassische Softwaregeschäft stärker verändern könnte, als bislang angenommen.
Narayen steht seit 2007 an der Spitze des Kreativsoftware-Spezialisten und hat den Konzern in dieser Zeit grundlegend umgebaut. Unter seiner Führung verabschiedete sich Adobe vom klassischen Verkauf von Softwarelizenzen und setzte konsequent auf Abo-Modelle. Mit der Creative Cloud etablierte das Unternehmen ein digitales Ökosystem für Designer, Fotografen und Marketingexperten – ein Strategiewechsel, der sich langfristig an der Börse auszahlte.
Während Narayens Amtszeit hat sich der Aktienkurs mehr als versechsfacht und damit deutlich stärker entwickelt als der breite Markt, gemessen am S&P 500.
In den vergangenen Jahren rückte außerdem Künstliche Intelligenz stärker in den Mittelpunkt der Strategie. Adobe investiert massiv in generative KI und baut neue Geschäftsmodelle rund um seine Firefly-Technologie auf. Der jährliche Umsatz aus KI-orientierten Produkten habe sich zuletzt mehr als verdreifacht, erklärte das Management.
Ein großer strategischer Schritt scheiterte allerdings: Die geplante Übernahme des Design-Start-ups Figma wurde nach regulatorischem Widerstand abgesagt. Adobe musste daraufhin eine Vertragsstrafe von 1 Milliarde US-Dollar zahlen.
Narayen will dem Unternehmen nach seinem Rückzug weiter erhalten bleiben und als Verwaltungsratsvorsitzender die Übergabe an die nächste Führung begleiten. Die Suche nach einem neuen CEO dürfte laut Management mehrere Monate dauern.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
