Rüstungsboom
Iran-Krieg könnte Aktien von Lockheed Martin und RTX antreiben
Der Konflikt mit dem Iran könnte die Aktien von Lockheed Martin und RTX antreiben, da die USA ihre Waffenbestände nach intensiven Einsätzen dringend auffüllen müssen.
- Konflikt mit Iran treibt Lockheed Martin RTXCo
- Hoher Munitionverbrauch treibt Produktion hoch
- Sinkende Bedrohung mindert Nachfrage und Kurse
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Der militärische Konflikt mit dem Iran könnte sich als neuer Wachstumstreiber für die US-Rüstungsindustrie erweisen. Bernstein-Analysten erwarten, dass insbesondere die beiden Rüstungskonzerne Lockheed Martin und RTX Corporation von der Wiederauffüllung amerikanischer Munitionsbestände profitieren könnten.
Milliardenverbrauch an Munition
Seit Ende Februar liefern sich die USA und der Iran Raketen- und Drohnengefechte. Allein in den ersten zwei Tagen des Konflikts wurden laut der US-Zeitung The Hill rund 5,6 Milliarden US-Dollar an Munition verbraucht.
Der hohe Einsatz taktischer Waffen setzt das Pentagon unter Druck, die eigenen Lager schnell wieder aufzufüllen. Genau hier sehen Analysten der Investmentbank Bernstein ein mögliches Auftragsplus für amerikanische Rüstungskonzerne.
"Der intensive Einsatz von US-Waffen sowie der Gebrauch von Abfangsystemen durch Israel und Staaten des Golf-Kooperationsrats hat zu einem dringenden Bedarf an Wiederbeschaffung geführt", schrieb Bernstein-Analyst Douglas Harned in einer Mitteilung an Investoren. In nahezu jedem Szenario bedeute dies steigende Nachfrage nach Munition und damit Rückenwind für die Aktienkurse der Hersteller.
Harned gehört laut TipRanks mit einer Trefferquote von 56 Prozent und einer durchschnittlichen Rendite von 13,5 Prozent zu den rund 1.300 bestplatzierten Analysten unter mehr als 12.000 erfassten Wall-Street-Experten.
Treffen im Weißen Haus schürt Erwartungen
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt der Sektor durch ein Treffen führender Verteidigungsmanager im Weißen Haus. Dort diskutierten Regierungsvertreter und Branchenchefs über Möglichkeiten, die Waffenproduktion kurzfristig zu erhöhen.
Bereits zuvor hatten Lockheed Martin und RTX Gespräche mit US-Gesetzgebern über Munitionslieferungen geführt. Laut Bernstein könnten beide Unternehmen deshalb zu den wichtigsten Empfängern neuer Regierungsaufträge gehören.
Die Analysten erwarten, dass sich die bisherigen Produktionsplanungen der Unternehmen bald in konkrete Verträge umwandeln könnten.
Rüstungsaktien bereits stark gestiegen
An der Börse haben Investoren die geopolitische Lage bereits teilweise eingepreist. RTX hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 62 Prozent an Wert gewonnen.
Die Aktie von Lockheed Martin legte allein in den letzten drei Monaten um etwa 37 Prozent zu.
Risiko: Nachfrage könnte wieder sinken
Trotz der aktuellen Dynamik warnen Analysten vor möglichen Rückschlägen. Nach Einschätzung von Bernstein sind die offensiven Fähigkeiten des Iran bereits deutlich geschwächt.
Raketenangriffe auf Israel und Golfstaaten seien um etwa 90 Prozent zurückgegangen, während Drohnenattacken um rund 83 Prozent gesunken seien. Sollte die Bedrohung weiter abnehmen, könnte auch der Bedarf an neuer Munition geringer ausfallen.
In diesem Fall könnten Rüstungsaktien einen Teil ihrer jüngsten Kursgewinne wieder abgeben.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

