Nach Crash der Gespräche
Glencore: Fusion mit Rio Tinto weiterhin möglich
Nach gescheiterten Gesprächen: Glencore peilt Fusion mit Rio Tinto 2026 an – doch bleibt der Deal realistisch?
- Glencore nutzt Rohstoffzyklus ziel auf Fusion 2026
- Britische Regeln verhindern Verhandlungen 6 Monate
- Rio Vorstand ungewiss trotz Druck bei Eisenerzfall
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Im Februar scheiterten Fusionsgespräche zwischen Glencore und Rio Tinto, weil sich die beiden Giganten nicht auf die relative Gewichtung ihrer Vermögenswerte einigen konnten, wie Marketscreener berichtet. Allerdings hat sich am 7. Januar, schon Wochen vorher, die Situation grundlegend geändert. Vom Anstieg der Kohlepreise angetrieben hat die Glencore-Aktie den Markt übertroffen und stieg um 26 Prozent. Rio Tinto hingegen leidet unter dem Preisverfall von Eisenerz. Die Aktie legte lediglich um 9 Prozent zu.
Gary Nagle, CEO von Glencore, will diesen, aktuellen Bergbauzyklus nutzen, um die etablierte Ordnung aufzurütteln. Laut Quellen von Reuters betrachtet Glencore das Scheitern der Gespräche lediglich als regulatorische Pause. Trotz der verbesserten finanziellen Lage bestehen für Glencore allerdings zwei große Hürden. Gemäß den britischen Börsenregeln darf Rio Tinto die Verhandlungen frühestens sechs Monate nach dem Abbruch im Februar wieder aufnehmen.
Eine kleine, aber einflussreiche Minderheit australischer Fonds, die rund 4 Prozent des Kapitals hält, lehnt das Projekt ab. Sie stützen sich dabei auf frühere Korruptionsermittlungen gegen Glencore und die fehlenden klaren Synergien zwischen den Unternehmen.
Gary Nagle sieht den entscheidenden Moment im Sommer 2026. Sollte der Eisenerzpreis aufgrund eines Angebotsüberschusses weiter sinken, könnte der Druck von Rio Tinto-Aktionären auf eine Fusion unaufhaltsam werden. Ob der Vorstand von Rio Tinto trotz der Reputation des Schweizer Unternehmens bereit ist, sich mit diesem Konzern zu verbinden, bleibt jedoch offen.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
