Öl-Schock trifft Asien

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    Regierungen ordnen Vier-Tage-Woche und Homeoffice an

    Die blockierte Straße von Hormus und steigende Ölpreise bringen mehrere asiatische Staaten in Bedrängnis. Regierungen reagieren mit drastischen Sparmaßnahmen.

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    Öl-Schock trifft Asien - Regierungen ordnen Vier-Tage-Woche und Homeoffice an

    Die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs zwingt mehrere asiatische Staaten zu drastischen Maßnahmen, um den steigenden Treibstoffmangel zu bewältigen. Besonders hart trifft die Situation die Volkswirtschaften der Region, da viele Länder stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind. Japan bezieht rund 90 Prozent seines Öls aus der Region, Südkorea etwa 70 Prozent.

    Auslöser der Krise ist vor allem die nahezu blockierte Straße von Hormus, durch die normalerweise ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte läuft. In der Folge sind die Ölpreise stark gestiegen und schwanken derzeit deutlich. Zwischenzeitlich kletterte der Preis für US-Rohöl am Montag zeitweise über 115 US-Dollar je Barrel, bevor er zuletzt wieder auf rund 94 US-Dollar zurückfiel.

    Um Treibstoff zu sparen, greifen mehrere Regierungen nun zu ungewöhnlichen Notmaßnahmen. In Thailand wurden Beamte angewiesen, häufiger im Homeoffice zu arbeiten, Treppen statt Aufzüge zu benutzen und die Klimaanlagen auf mindestens 27 Grad Celsius einzustellen. Zudem sollen Regierungsmitarbeiter während der Krise lockere Kleidung tragen, um den Energieverbrauch weiter zu senken. Vietnam fordert Unternehmen ebenfalls auf, verstärkt Heimarbeit zu ermöglichen, um "den Bedarf an Reisen und Transporten zu reduzieren".

    Auch andere Länder gehen zu strukturellen Sparmaßnahmen über. Die Philippinen und Pakistan haben für Teile der Verwaltung eine Vier-Tage-Woche eingeführt. In Bangladesch wurde der Eid-al-Fitr-Feiertag vorgezogen, damit Universitäten früher schließen können und Energie gespart wird. Indien wiederum hat Lieferungen von Flüssiggas an gewerbliche Abnehmer gestoppt, um die Versorgung privater Haushalte zu sichern. Hotels und Restaurants warnen deshalb bereits vor möglichen Betriebsschließungen.

    Parallel greifen mehrere Regierungen direkt in den Energiemarkt ein. Südkorea plant Preisobergrenzen für Ölprodukte. Präsident Lee Jae Myung warnte, die Krise stelle eine "erhebliche Belastung für die Wirtschaft des Landes" dar. Laut seinem Berater Kim Yong-beom fehlen dem Land derzeit täglich rund 1,7 Millionen Barrel Öl. Auch Japan prüft, seine strategischen Ölreserven anzuzapfen. Industrieminister Ryosei Akazawa erklärte, das Land werde "alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um eine stabile Energieversorgung sicherzustellen".

    Andere Staaten setzen auf Subventionen oder Preisdeckel. Indonesien will umgerechnet rund 22,6 Milliarden US-Dollar für Energiesubventionen bereitstellen. Thailand plant, die Preise für Kochgas bis mindestens Mai einzufrieren, während Vietnam eine Abschaffung von Zöllen auf Treibstoffimporte erwägt.

    Auch international wächst die Sorge vor einem anhaltenden Preisschock. Die 32 Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur beschlossen daher, gemeinsam 400 Millionen Barrel Öl aus strategischen Reserven freizugeben. Dennoch warnen Analysten, dass sich die Situation weiter verschärfen könnte. "Während der Ölpreis während der Russland/Ukraine-Krise 2022 inflationsbereinigt 150 USD/Barrel erreichte, könnte sich die Situation diesmal als noch gravierender erweisen ... Die gefährdeten Liefermengen sind diesmal dimensional größer – und real", zitiert Fortune Wood-Mackenzie-Analyst Simon Flowers. "Unserer Ansicht nach ist ein Preis von 200 US-Dollar/Barrel im Jahr 2026 nicht ausgeschlossen."

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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