Panik vor dem Gold-Beben
Fed-Termin als Feuertaufe für Gold: Drohen dem Goldpreis massive Verwerfungen?
Der Goldpreis rutschte am Freitag gefährlich dicht an die 5.000 US-Dollar heran. Die Lage ist für Gold durchaus prekär. Und nun kommt auch noch die Fed.
- Goldpreis unter Druck wegen Dollar und Rendite
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Goldpreis aktuell unter Druck
Dem Goldpreis gelang es, die Handelswoche oberhalb von 5.000 US-Dollar abzuschließen. Dennoch waren auch die letzten Handelstage von einer um sich greifenden Schwäche geprägt. Angesichts der fortschreitenden Eskalation im Nahen und Mittleren Osten und den damit einhergehend eskalierenden Ölpreisen mag die aktuelle Goldpreisentwicklung auf den ersten Blick überraschen, doch ein zweiter macht deutlich, warum es Gold in diesen Tagen vergleichsweise schwer hat.
US-Dollar und Renditen der US-Staatsanleihen limitieren Gold
Die Sorge, dass die hohen Ölpreise die Inflation weiter anheizen, greift um sich. Profiteur der aktuellen Gemengelage ist nicht zuletzt der US-Dollar. So gelang es dem US-Dollar-Index, die eminent wichtige Marke von 100 Punkten zurückzuerobern und die Bodenbildung damit zu forcieren. Sollte sich der Vorstoß in den nächsten Tagen manifestieren, würde die untere Trendwende im US-Dollar-Index weiter voranschreiten und sich die Aussichten auf eine nachhaltige Erholung des Greenbacks verbessern. Ein solches Szenario dürfte den Goldpreis weiter unter Druck setzen. Druck kommt in diesen Tagen auch von der Entwicklung der Renditen der für die Betrachtung wichtigen 10-jährigen US-Staatsanleihen. Diese nähern sich der Marke von 4,3 Prozent.
Kurzum: Der Markt bewertet die Aussichten hinsichtlich einer baldigen Leitzinssenkung durch die Fed zunehmend pessimistischer. Gleichzeitig nimmt die Sorge vor einer Rezession weiter zu. Ein wichtiges Indiz liefert Kupfer, denn der Kupferpreis steht derzeit unter Druck. Diesen Entwicklungen trägt jedoch nicht nur Gold Rechnung. Auch die Aktienindizes preisen sie ein. So senden etwa Dax, Dow Jones Ind. oder der Nasdaq 100 deutliche Warnsignale.
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Fed-Termin als Feuertaufe für Gold
Der anstehende Fed-Termin – das FOMC der US-Notenbank trifft sich am 17. März und 18. März – hat eine besondere Bedeutung. Für Gold, Silber & Co. könnte es auch eine Art Feuertaufe werden, denn wie immer auf ihren Sitzungen im März, Juni, September und Dezember eines jeden Jahres, veröffentlicht die Fed frische Projektionen zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Inflation und Zinsen. Sollte es hier im Vergleich zu den Dezember-Projektionen 2025 zu gravierenden Veränderungen kommen, könnte das bei Gold wiederum zu erheblichen Verwerfungen führen.
Physisch besicherte Gold-ETFs im Fokus
Die Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares, seines Zeichens der weltgrößte physisch besicherte Gold-ETF, dient uns an dieser Stelle immer wieder als rudimentärer Indikator, um die Stimmungslage im Sektor zu erfassen. Aktuell lässt sich diese mit „in gespannter Erwartung“ zusammenfassen. Die bereits zum Zeitpunkt der letzten Gold-Kommentierung festzustellende Abkühlung der Kaufaktivitäten setzte sich fort. Aber noch immer verzeichnet der SPDR Gold Shares keine gravierenden Abflüsse.
Fazit – Drohen dem Goldpreis massive Verwerfungen?
Für den Goldmarkt zeichnet sich eine Weichenstellung ab. Die übergeordnete Fortsetzung der Goldpreisrallye in Richtung 6.000 US-Dollar steht dabei noch nicht zur Disposition. Allerdings könnte Gold kurzfristig noch einmal die zentrale Unterstützung bei 4.500 US-Dollar / 4.300 US-Dollar ins Visier nehmen. Erst, wenn es für Gold unter die 4.300 US-Dollar gehen sollte, würde eine Neubewertung notwendig. Als maßgebliche Belastungsfaktoren für den Goldpreis präsentieren sich in diesen Tagen die Erholung des US-Dollars sowie der Umstand, dass die Marktteilnehmer vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts wohl eher auf Liquidität setzen als auf Gold als sicheren Hafen.
Zudem sollte man die Kursentwicklungen von Barrick, Newmont, Agnico Eagle Mines & Co. in den nächsten Tagen genau im Auge behalten. Die Produzentenaktien reagierten bereits mit Kursverlusten auf die hohen Ölpreise (Stichwort Kosten) und die schleppende Goldpreisentwicklung. Sollte sich die aktuell zu beobachtende Schwäche jedoch fortsetzen und die Aktienkurse der Produzenten unter ihre Tiefs von Anfang Februar führen, ist Obacht geboten.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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