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    Streik und Nahost-Konflikt: Lufthansa zwischen Chaos und Chance

    Streik und Nahost-Konflikt: Lufthansa zwischen Chaos und Chance

    Die Lufthansa-Gruppe steht derzeit unter einem doppelten operativen und geopolitischen Druck, der kurzfristig zu erheblichem Störungs- und Ertragsrisiko, zugleich aber auch zu lukrativen Nachfrageverschiebungen führt. Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) haben ihren am Donnerstag begonnenen Streik fortgesetzt; erneut fielen laut Flughafendaten Hunderte Flüge vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt und München aus. Lufthansa rechnet erst für Samstag mit einer Rückkehr zu einem regulären Flugplan. Die VC berichtet von hoher Beteiligung und erheblicher Wirkung der zweiten Streikwelle; bereits am 12. Februar hatte der Tarifkonflikt um Betriebsrenten einen Großteil des Flugprogramms lahmgelegt.

    Lufthansa hatte für die Streiktage einen Sonderflugplan angekündigt, der mindestens die Hälfte des üblichen Angebots, auf Fernstrecken sogar 60 Prozent, vorsehen sollte. Die Gewerkschaft widersprach und meldete deutlich höhere Ausfälle; Flughafenbetreiber verzeichneten am ersten Streiktag rund 400 von 1.165 Starts und Landungen in Frankfurt sowie 230 von rund 800 Bewegungen in München – die Mehrzahl entfiel auf Lufthansa-Verbindungen. Teilweise entschärfte sich die Lage durch ein früheres Ende des Ausstandes bei der Regionaltochter Cityline, die mit 30 Flugzeugen wichtige Zubringerleistungen erbringt; dort geht es um Gehaltsforderungen, während bei Cargo und der Kerngesellschaft weiter um Betriebsrenten gestritten wird. Lufthansa setzt auf größere Flugzeuge, Umverteilung innerhalb der Konzernairlines, freiwillige Crews und Subunternehmen, um Ausfälle zu begrenzen.

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    Parallel beeinflusst der Konflikt im Nahen Osten das Streckennetz: Wegen des Iran-Kriegs sind Flüge in die Golfregion stark eingeschränkt, die Flughäfen in Dubai haben Kapazitäten reduziert, und die Lufthansa-Gruppe hat Flüge dorthin bis mindestens 28. März ausgesetzt. Das Auswärtige Amt organisierte sechs Sonderflüge zur Rückholung von rund 1.100 Menschen aus der Region; die Bundesregierung sieht weiteren Bedarf als begrenzt an, weil wieder mehr kommerzielle Verbindungen verfügbar seien.

    Für die Lufthansa ergeben sich daraus zweischneidige Effekte: Einerseits belasten Streiks, Luftraumsperrungen und ein steigender Ölpreis die Kosten- und Ertragslage. Andererseits profitieren europäische Netzcarrier von Nachfrageverschiebungen, da Golf-Carrier weniger Kapazität nach Asien und Afrika anbieten; Börsen-Zeitung-Kommentare heben zudem hervor, dass Lufthansas Hedging-Politik bei steigenden Treibstoffpreisen einen Wettbewerbsvorteil bringen kann. Erste Reaktionen im Produktangebot sind bereits sichtbar: Lufthansa und Austrian bieten zusätzliche Verbindungen nach Asien und Afrika an, um Nachfragelücken zu nutzen. Kurzfristig bleibt das operative Risiko hoch; wirtschaftlich könnten jedoch Opportunitäten für Margen und Marktanteile entstehen, sofern das Management Kapazitäten flexibel steuert und Tarifkonflikte rasch deeskaliert werden.



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