72 % Plus in 2026
Seltene-Erden-Riese Lynas sichert sich schon wieder einen Auftrag
Das US-Verteidigungsministerium rüstet sich gegen die Abhängigkeit von China und schließt mit dem australischen Spezialisten Lynas einen Lieferpakt für Seltene Erden über 96 Millionen US-Dollar.
- US-Verteidigungsministerium schließt 96 Mio$ Pakt
- Mindestpreis NdPr 110 USD/kg sichert US Waffen
- Chinaabhängigkeit sinkt durch Lynas Lieferpakt
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Im Ringen um die Unabhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferungen hat das US-Verteidigungsministerium einen bedeutenden Partner fest an sich gebunden. Wie der australische Bergbaukonzern Lynas Rare Earths am Montag mitteilte, wurde eine verbindliche Absichtserklärung über die Lieferung von Seltenen Erden unterzeichnet.
Der Vertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren und ein Volumen von rund 96 Millionen US-Dollar. Er umfasst sowohl leichte als auch schwere Seltenerdoxide. Diese Metalle sind für die moderne Kriegsführung und Hochtechnologie unverzichtbar: Sie finden Verwendung in F-35-Kampfjets, Raketensystemen, aber auch in Elektromotoren und Windkraftanlagen.
Da China derzeit etwa 90 Prozent der weltweiten Magnete aus Seltenen Erden produziert, forciert die US-Regierung den Aufbau einer eigenen Lieferkette. Lynas ist der weltweit größte Produzent dieser kritischen Minerale außerhalb Chinas.
Die Details des Deals
- Mindestpreis-Garantie: Für Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr), einen Kernbestandteil von Hochleistungsmagneten, wurde ein Mindestpreis von 110 US-Dollar pro Kilogramm vereinbart. Dies gibt dem Unternehmen Planungssicherheit gegenüber Marktschwankungen.
- Sicherheitsrelevanz: Laut CEO Amanda Lacaze stellt das Abkommen sicher, dass die US-Verteidigungsbasis dauerhaften Zugriff auf essenzielle Rohstoffe für die moderne Fertigung behält.
- Kursreaktion: An der Börse in Sydney stiegen die Aktien von Lynas nach Bekanntgabe zeitweise um 3,4 Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Titel bereits 72 Prozent an Wert gewonnen.
Interessant ist die Neuausrichtung der Kooperation: Das neue Abkommen folgt auf die Entscheidung, Pläne für eine Verarbeitungsanlage im texanischen Seadrift zu "modifizieren". Laut Lynas herrscht derzeit "erhebliche Unsicherheit", ob der Bau der Anlage in Texas überhaupt realisiert wird. Stattdessen konzentriert sich die Kooperation nun primär auf die direkte Belieferung aus den bestehenden Lynas-Kapazitäten in Australien und Malaysia.
Erst vor einer Woche hatte Lynas einen ähnlichen Langfristvertrag mit japanischen Partnern (JARE) abgeschlossen, was die steigende globale Nachfrage nach Alternativen zu chinesischen Exporten unterstreicht.
Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion


