Anhaltende Verluste
Silber unter Druck: Die Lage spitzt sich immer weiter zu!
Trotz anhaltender politischer Spannungen und einer Fortführung der Kämpfe im Mittleren Osten verlieren Silber und Gold weiter an Boden. Die Lage ist kritisch.
- Silber fällt weiter, unter 50 Tageslinie chart
- US-Dollar stark, Yields drücken Edelmetallen
- Anleger flüchten in Öl und Gas, Erholung ferne
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Silber rutscht weiter ab, Gold mit im Abwärtssog
Für Anlegerinnen und Anleger von Edelmetallen fällt der Blick auf die Kurstafeln zum Wochenauftakt ernüchternd aus. Trotz unverminderter Kämpfe in der Golf-Region sowie einer Bodenoffensive im Südlibanon können Silber und Gold ihrem Ruf als sichere Häfen nicht gerecht werden. Beide stehen unter anhaltendem Verkaufsdruck.
Silber notiert am Montagfrüh mit Verlusten von knapp 2,5 Prozent und ist damit unter die Marke von 80 US-Dollar pro Feinunzen gerutscht. Damit werden aus charttechnischer Perspektive Notierungen unterhalb der 50-Tage-Linie zementiert, was ein erstes Verkaufssignal darstellt.
Auch Gold steht unter Druck. Hier wackelt nach Abgaben von mehr als einem Prozent die Marke von 5.000 US-Dollar. Der Abstand zur 50-Tage-Linie beträgt hier nur noch wenige US-Dollar, womit die Lage jedoch etwas besser ist als bei Silber.
US-Dollar und Marktzinsen sorgten für Gegenwind
Während die geopolitischen Spannungen für Rückenwind sorgen, kommt Gegenwind einerseits vom wiedererstarkenden US-Dollar, der im Zuge der Ölpreis-Explosion deutlich zulegen konnte. Der Dollar-Index steigt zum Wochenauftakt über 100 Punkte. Hier könnte es schon bald zu einem Ausbruch und den höchsten Notierungen seit rund 10 Monaten kommen.
Andererseits bremst der Anleihenmarkt das Kaufinteresse. Zwar liegen die Renditen für US-Schuldscheine am Montagmorgen etwas tiefer als noch am Freitag, dafür aber werden für japanische Staatsanleihen deutlich höhere Prämien fällig. Am kommenden Donnerstag könnte die Bank of Japan eine weitere Straffung der Geldpolitik in Aussicht stellen, wenngleich es für eine weitere Erhöhung der Leitzinsen noch zu früh sein dürfte.
Anlegerinteresse hat sich verschoben, Öl und Gas profitieren
Auch eine Verschiebung der Machtverhältnisse am Rohstoffmarkt sowie ein Wechsel des Anlegerinteresses dürfte für anhaltend fallende Kurse bei Silber und Gold sorgen. Nach dem Beginn des Iran-Krieges und der Sperrung der Straße von Hormus hat sich das spekulative Interesse hin zu Öl und Gas verschoben.
Das Barrel Brent wird am Montagmorgen mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent zu 106,31 US-Dollar (Stand: 08:40 Uhr MEZ) gehandelt, während der Preis für US-Öl um 1,4 Prozent gestiegen ist – trotz der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, es habe sich eine Koalition gefunden, die Durchfahrt durch die für den weltweiten Energiemarkt wichtigen Passage zu sichern.
Erdgas wird am Henry Hub mit leichten Abschlägen gehandelt (-0,3 Prozent), dafür steigt der Preis für Gasöl in London um 2,4 Prozent und damit wieder in Richtung von 1.200 US-Dollar je Tonne. Auch für europäisches Erdgas muss tiefer in die Tasche gegriffen werden. Der Preis für den April-Kontrakt ist auf 52,00 Euro je Megawattstunde gestiegen.
Fazit: Keine rasche Erholung zu erwarten
Silber und Gold haben sich von der Nachrichtenlage und den anhaltenden geopolitischen Spannungen abgekoppelt und stehen unter Verkaufsdruck. Für Gegenwind sorgt eine Kombination aus stärkerem US-Dollar, steigenden Anleiherenditen und ein verändertes Anlegerinteresse. Dazu kommt eine zunehmend schlechtere charttechnische Ausgangslage.
Dieses Geflecht aus Belastungsfaktoren dürfte sich nicht allzu rasch auflösen, daher sollten Anlegerinnen und Anleger mit fortgesetzten Verlusten rechnen. Bereits unter der 50-Tage-Linie notierend sollte vor allem Silber gemieden werden, bis es zu einer nachhaltigen Stabilisierung des Kursgeschehens gekommen ist.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
