Banken-Poker spitzt sich zu

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    UniCredit macht Ernst: Commerzbank-Aktie haussiert

    Die italienische Großbank bietet Commerzbank-Aktionären eigene Aktien an. Damit soll die Beteiligung über die wichtige 30-Prozent-Marke steigen.

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    Banken-Poker spitzt sich zu - UniCredit macht Ernst: Commerzbank-Aktie haussiert

    Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht in eine neue Phase. Die italienische Großbank UniCredit hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für das zweitgrößte börsennotierte deutsche Geldhaus vorgelegt. Den Aktionären wird ein Tauschangebot unterbreitet: Für jede Commerzbank-Aktie sollen sie 0,485 neue UniCredit-Stammaktien erhalten. Auf Basis der aktuellen Kurse entspricht dies einem Angebotspreis von rund 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie, was einem Aufschlag von etwa vier Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag entspricht.

    Ziel des Angebots ist es zunächst, eine wichtige regulatorische Schwelle zu überschreiten. UniCredit will damit die im deutschen Übernahmerecht verankerte Marke von 30 Prozent überwinden. "Das Angebot zielt darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Hürde zu überwinden und in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu fördern", teilte die Bank mit. Sobald diese Schwelle überschritten sei, könnten nach den deutschen Vorschriften weitere Commerzbank-Aktien direkt am Markt erworben werden.

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    Bereits heute hält UniCredit einen großen Anteil an dem Frankfurter Institut. Rund 26 Prozent der Aktien befinden sich direkt im Besitz der Italiener, weitere etwa vier Prozent werden über Total-Return-Swaps kontrolliert. Insgesamt liegt die Beteiligung damit bereits bei knapp 30 Prozent. Eine vollständige Übernahme strebt UniCredit nach eigenen Angaben derzeit jedoch nicht an. Es gehe vor allem darum, flexibler am Markt agieren zu können und nicht ständig darauf achten zu müssen, unter der Schwelle zu bleiben, die ein Pflichtangebot auslösen würde.

    Das Angebot würde die Commerzbank mit rund 35 Milliarden Euro bewerten. Damit läge der Wert leicht über der aktuellen Börsenbewertung des Instituts, das zuletzt auf etwa 32 Milliarden Euro kam. Die endgültige Festlegung des Umtauschverhältnisses muss jedoch noch von der Finanzaufsicht BaFin bestätigt werden. Zudem soll am 4. Mai eine außerordentliche Hauptversammlung von UniCredit über die dafür notwendige Kapitalerhöhung entscheiden.

    Während UniCredit den Schritt als Grundlage für einen "konstruktiven Dialog" darstellt, stößt das Vorhaben in Deutschland auf Widerstand. Das Management der Commerzbank lehnt eine Übernahme ab. Auch die Bundesregierung, die mit rund 12,7 Prozent zweitgrößter Aktionär ist, hat sich mehrfach kritisch geäußert. Weitere bedeutende Anteilseigner sind BlackRock mit rund 5,7 Prozent sowie Norges Bank Investment Management mit gut drei Prozent.

    An der Börse reagierten die Commerzbank-Aktien zunächst positiv auf die neue Entwicklung. Auf Tradegate notierten die Papiere zuletzt bei rund 31,16 Euro und damit mehr als fünf Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag.

    Unser Aktien-Experte Markus Weingran beschäftigt sich heute um 12 Uhr in der wO Börsenlounge mit der Frage, ob Anleger das Angebot der UniCredit annehmen sollten. Wenn Sie noch unschlüssig sind, dann schauen Sie doch in die neue Folge der wO Börsenlounge rein

    Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurGina Moesing
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