Öl-Alarm
Saudis warnen vor Engpass: Droht jetzt der nächste Öl-Schock?
Aramco bietet Öl nun auch über Yanbu am Roten Meer an – doch dort drohen Engpässe. Erste Raffinerien erhalten bereits weniger Rohöl als bestellt.
- Aramco bietet Öl über Yanbu an mit Kapazitätslimit
- Alternative Ölzufuhr über Golf möglich bei Engpass
- EU Raffinerien erhalten keine oder weniger Öl teil
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Saudi Aramco gibt seinen langfristigen Ölkunden die Möglichkeit, ihre April-Zuteilungen im Hafen von Yanbu am Roten Meer in Saudi-Arabien entgegenzunehmen, wie Bloomberg am Montag berichtet. Käufer, die sich für die Yanbu-Variante entscheiden, werden allerdings wegen der begrenzten Transportkapazität der Pipeline zum Hafen nur einen Teil ihrer monatlichen Liefermenge erhalten, wie Händler berichten.
Alternativ sei noch der Bezug von Öl aus dem Persischen Golf möglich. Bei einer anhaltenden Schließung der Meerenge bestehe das Risiko, gar kein Öl zu erhalten, erklärten die Händler. Der Großteil des Öls, das Saudi Aramco jeden Tag verschiffte, wurde über die Golfterminals Ras Tanura und Juaymah exportiert. Saudi-Arabien besitzt eine Pipeline mit einer Kapazität von 5 Millionen Barrel pro Tag. Diese führt quer durch das Land zum Roten Meer, wo die Exportkapazität in Yanbu möglicherweise geringer ist.
Üblicherweise verkaufen die Saudis ihr gesamtes Öl über langfristige Verträge. Ein Großteil davon geht nach Asien. Wenn der Krieg andauern sollte, würde das in Yanbu verladene und nach Asien transportierte Öl voraussichtlich auf Lieferbasis vermarktet, so die Händler. Saudi Aramco würden dann die Transportlogistik, und nicht wie üblich auf Verladebasis, bei der die Kunden den Versand selbst organisieren, übernehmen.
Einige europäische Raffinerien haben berichtet, dass sie von Aramco geringere vertraglich vereinbarte Rohölmengen erhalten haben. Ein großer Verarbeiter erhielt für den nächsten Monat gar keine Lieferungen, während einem anderen weniger zugeteilt wurde als bestellt. Aramco lehnte eine Stellungnahme gegenüber Bloomberg ab.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Öl (Brent) wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -4,20 % und einem Kurs von 103,6USD auf Lang & Schwarz (16. März 2026, 11:27 Uhr) gehandelt.
