Ölpreise-Horror
Brent und WTI legen 3% zu – Straße von Hormus faktisch blockiert
Ölpreise ziehen weiter an, während der Konflikt im Nahen Osten wichtige Lieferwege lahmlegt und die Angst vor einer globalen Versorgungskrise wächst.
- Ölpreise steigen wegen Konflikt und Lieferstörungen
- Blockade der Straße von Hormus bedroht Tankerroute
- Internationale Hilfe und Reserven beruhigen Märkte
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Angesichts einer weitgehenden Blockade der Straße von Hormus sind die Ölpreise am Dienstag deutlich gestiegen. Brent verteuerte sich um 3 Prozent auf 104 US-Dollar je Barrel, während WTI um 3,6 Prozent auf 96,85 US-Dollar zulegte.
Versorgungsrisiken dominieren Marktgeschehen
Die anhaltende militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran geht mittlerweile in die dritte Woche. Marktbeobachter warnen vor erheblichen Risiken für die globale Energieversorgung. "Es reicht ein einziger Zwischenfall – etwa ein Raketenangriff oder eine Mine – um die Lage vollständig eskalieren zu lassen", erklärte IG-Marktanalyst Tony Sycamore.
Die Unsicherheit über die Dauer des Konflikts sowie mögliche Schäden an der Energieinfrastruktur im Persischen Golf bestimmen derzeit die Preisentwicklung.
Zusätzlichen Antrieb erhielten die Ölpreise durch einen Drohnenangriff auf die Fujairah Oil Industry Zone in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Diplomatische Spannungen verschärfen Lage
US-Präsident Donald Trump hatte Verbündete aufgefordert, Kriegsschiffe zur Sicherung von Tankerrouten zu entsenden. Mehrere Staaten lehnten dies jedoch ab.
Parallel dazu gibt es widersprüchliche Signale aus der US-Regierung. Finanzminister Scott Bessent erklärte, iranische Tanker dürften weiterhin passieren, während gleichzeitig Pläne für eine internationale Schutzkoalition diskutiert werden.
"Die Märkte orientieren sich derzeit stärker an den tatsächlichen Entwicklungen vor Ort als an politischen Ankündigungen", sagte Saul Kavonic, Leiter der Energieforschung bei MST Marquee.
Internationale Gegenmaßnahmen in Vorbereitung
Angesichts steigender Energiepreise und wachsender Inflationsrisiken prüft die Internationale Energieagentur weitere Maßnahmen. Neben den bereits freigegebenen 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven könnten zusätzliche Mengen auf den Markt gebracht werden.
Doch Experten zweifeln, ob dies ausreicht. "Das Ausmaß der Angebotsstörung erschwert es dem Markt, kurzfristig eine Lösung zu finden", sagte Warren Patterson, Rohstoffstratege bei ING. Militärische Begleitschutzmaßnahmen für Tanker gelten zudem als riskant, da Kriegsschiffe selbst Ziel von Angriffen werden könnten.
Ausblick: Märkte bleiben nervös
Mit Blick auf die kommenden Wochen bleibt die Lage angespannt. Israel hat angekündigt, militärische Operationen gegen den Iran fortzusetzen, was die Unsicherheit weiter erhöht.
Für die Finanzmärkte bedeutet dies vor allem eines: erhöhte Volatilität. Steigende Energiepreise könnten nicht nur die Inflation anheizen, sondern auch das globale Wirtschaftswachstum belasten.
*ab 500 Euro Ordervolumen über gettex, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

