Wenn Strom knapp wird

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    Öl-Schock durch Iran-Krieg: Jetzt müssen Staaten Energie rationieren

    Der Konflikt mit Iran blockiert eine der wichtigsten Energierouten der Welt. Staaten rationieren Strom, öffnen Ölreserven und fürchten den nächsten Preisschock.

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    Wenn Strom knapp wird - Öl-Schock durch Iran-Krieg: Jetzt müssen Staaten Energie rationieren

    Der Krieg mit Iran zwingt Regierungen weltweit zu drastischen Entscheidungen über Energieverbrauch und Preise. Vor allem in Asien geraten Staaten unter Druck, weil ein zentraler Transportweg für Öl und Gas blockiert ist, wie die Associated Press (AP) berichtet.

    Die Meerenge von Hormus ist eine der wichtigsten Routen für den globalen Energiehandel. Rund ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Rohöl und Flüssigerdgas passieren normalerweise diese Passage. Fällt sie aus, geraten besonders importabhängige Volkswirtschaften in Schwierigkeiten.

    Asien spart Energie und konkurriert um knappe Lieferungen

    Regierungen in Südostasien reagieren mit Sparmaßnahmen und staatlichen Eingriffen. Die Philippinen führten eine Vier-Tage-Arbeitswoche ein, um Treibstoff zu sparen. Behörden sollen Computer in der Mittagspause abschalten und Klimaanlagen nicht unter 24 Grad einstellen. In Vietnam ruft die Regierung verstärkt zu Heimarbeit auf. In Thailand fordert der Premierminister Beamte sogar auf, Treppen statt Aufzüge zu nutzen.

    Doch diese Maßnahmen bremsen auch die Wirtschaft. "Selbst relativ moderate Einschränkungen beim Energieverbrauch können die industrielle Tätigkeit bremsen", sagte Linh Nguyen von der Beratung Control Risks. Gerade exportorientierte Industrien könnten unter steigenden Energiepreisen leiden.

     

    Ostasien zapft strategische Reserven an

    Besonders abhängig von Energieimporten sind große Industrienationen in Ostasien. Mehr als 80 Prozent des Flüssigerdgases (LNG), das 2024 durch die Straße von Hormus transportiert wurde, ging laut der US Energy Information Administration nach Asien.

    Japan greift deshalb auf seine strategischen Ölreserven zurück. Die Vorräte reichen für rund 254 Tage. Die Regierung begann diese Woche, etwa 45 Tage an Beständen freizugeben. Ziel ist es, Preissprünge zu verhindern und energieintensive Industrien wie Automobil-, Stahl- und Maschinenbau stabil zu halten. Unternehmen wie Toyota, Mitsubishi oder Nippon Steel sind auf stabile Energieversorgung angewiesen.

    Auch Südkorea beteiligt sich an der größten koordinierten Freigabe von Reserven in der Geschichte der International Energy Agency.

    Doch Experten warnen vor falscher Sicherheit. Die Reserven verschaffen Raffinerien zwar "einen gewissen Puffer" gegen Lieferausfälle, sagte Energieanalystin Muyu Xu von Kpler. Das erhöhe jedoch nicht dauerhaft das Angebot.

    Indien schützt Haushalte – Restaurants leiden

    In Indien priorisiert die Regierung Haushalte bei Flüssiggas für Kochen und Fahrzeuge. Laut Energieminister Hardeep Singh Puri übernimmt der Staat mehr als die Hälfte des Preisanstiegs, um arme Familien zu entlasten.

    Doch Restaurants und Hotels spüren bereits Engpässe. Viele verkürzen Öffnungszeiten oder streichen aufwendig zubereitete Gerichte.

    Der Energieexperte Duttatreya Das vom Thinktank Ember warnt vor einer schnellen Eskalation: "Man kann nicht viel Treibstoff lagern." Besonders Düngemittelfabriken und kleinere Industrien könnten als erste betroffen sein.

    Europa setzt auf langfristige Energiewende

    Auch Europa spürt den Druck steigender Preise. Die Staaten der Europäische Union beraten über Maßnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung.

    EU-Energiekommissar Dan Jørgensen sagte: "Wir prüfen, wie wir die Energiekosten der Menschen senken können." Die Kommission arbeite an kurzfristiger Hilfe für Unternehmen und besonders gefährdete Haushalte.

    Gleichzeitig will Europa den Ausbau sauberer Energien beschleunigen. Damit soll die Abhängigkeit von geopolitisch riskanten Lieferketten langfristig sinken.

    Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion


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    Verfasst vonRedakteurSaskia Reh
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