Value-Schnapper
Brille auf, Rendite im Blick – Bank of America sieht 30%-Chance für Fielmann!
Fielmanns Aktie notiert auf dem tiefsten KGV seit 2008 – obwohl Margen steigen und der Wettbewerb schrumpft. Ist das eine Chance oder ein Warnsignal? Die Antwort überrascht.
- Fielmann Aktie tiefes KGV trotz steigender MargeDE
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- Expansion in USA Budget 350 Millionen fuer ZukaufUS
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So richtig scheinen die Fundamentaldaten und die Kursentwicklung bei Fielmann noch nicht zusammenzupassen: Das KGV der Aktie liegt aktuell beim rund 15-Fachen der erwarteten Gewinne für die nächsten zwölf Monate – ein Niveau, das der Hamburger Optikkonzern zuletzt 2008 gesehen hat. Dabei wächst das Unternehmen, steigen die Margen, und ein wichtiger Wettbewerber in Deutschland hat an Schlagkraft verloren. Der Markt, so scheint es, hat die Story noch nicht vollständig eingepreist.
Das zumindest ist die Kernthese einer aktuellen Analyse der Bank of America, die ihr Kursziel für die Fielmann-Aktie von 51 auf 53 Euro anhebt und an ihrer Kaufempfehlung festhält. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem eine geringere Risikoeinschätzung: Der Abschlag, den Investoren auf die Aktie verlangen, spiegele in erster Linie eine erhöhte Unsicherheit wider – nicht etwa eine strukturelle Verschlechterung des Geschäftsmodells.
Fielmann ist mit rund 1.000 Filialen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und weiteren europäischen Märkten der unangefochtene Platzhirsch im deutschsprachigen Optikeinzelhandel. Das Unternehmen, 1972 von Günther Fielmann gegründet, positioniert sich konsequent als Preisführer – mit dem Versprechen, Brillen günstiger als die meisten Wettbewerber anzubieten. Inzwischen expandiert der Konzern auch in die USA und in den Hörgerätebereich.
Auf der Ergebnisseite zeichnen die Analysten ein konstruktives Bild: Die bereinigte EBITDA-Marge soll bis 2030 auf rund 25 Prozent zulegen – ausgehend von aktuell etwa 23 bis 24 Prozent. Die Bruttomarge ist zwar strukturell begrenzt, da sie bereits nahe 80 Prozent liegt. Doch bei den Personalkosten sieht die Analyse Spielraum nach unten: Automatisierung bei der Sehstärkenbestimmung und flexiblere Arbeitszeitmodelle könnten den Personalaufwand als Anteil am Umsatz spürbar senken – von über 44 Prozent im Spitzenjahr 2023 auf unter 40 Prozent mittelfristig.
In den USA fokussiert sich Fielmann nach zwei größeren Übernahmen (SVS und Shopko) nun auf organisches Wachstum und kleinere Zukäufe im Mittleren Westen. Ein Budget von rund 350 Millionen US-Dollar ist für etwa zehn weitere Akquisitionen mit je 10 bis 60 Millionen US-Dollar Unternehmenswert eingeplant – erste Deals sind frühestens in der zweiten Hälfte 2026 zu erwarten.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
Das Umsatzziel von vier Milliarden Euro bis 2030 – was einem jährlichen Wachstum von rund zehn bis elf Prozent entspräche – gilt als ambitioniert, ist aber aus Sicht der Analysten erreichbar. Für das laufende Jahr 2026 erwarten sie einen Konzernumsatz von rund 2,57 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von knapp 24 Prozent.
Zum aktuellen KGV von rund 15 liegt Fielmann leicht unter dem Branchendurchschnitt vergleichbarer Konsumgütertitel – für ein Unternehmen mit stabilen Margen, bewährtem Geschäftsmodell und internationalem Wachstumspotenzial ein ungewöhnlich niedriges Bewertungsniveau.
Am Mittwoch klettert die Aktie auf dem Rücken des Analysten-Upgrades um fast 4 Prozent.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Fielmann Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +3,87 % und einem Kurs von 44,25EUR auf Tradegate (18. März 2026, 14:29 Uhr) gehandelt.
