Ölmarkt unter Druck
Trotz Krieg: Saudi-Arabien bringt Millionen Barrel zurück auf den Markt
Saudi-Arabien lenkt Ölströme am Persischen Golf vorbei. Erste Zahlen zeigen: Der Notfallplan wirkt schneller als erwartet – doch neue Risiken entstehen.
- Saudi Arabien umleitet Oelstroeme weg von HormusAn
- Pipeline bringt Oel nach Yanbu und Tanker stauenan
- Globale Versorgung unter Druck durch Oelstoerungen
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Saudi-Arabien hat seine Ölexporte trotz der massiven Störungen durch den Krieg mit dem Iran überraschend schnell wieder hochgefahren. Nach Daten von Bloomberg erreicht das Königreich bereits mehr als die Hälfte seines normalen Exportniveaus. Das gilt als erster Erfolg eines ehrgeizigen Notfallplans.
Pipeline ersetzt strategischen Engpass
Da die Straße von Hormus praktisch blockiert ist, leitet Saudi-Arabien sein Öl über eine rund 1.200 Kilometer lange Pipeline zum Hafen Yanbu am Roten Meer um. Parallel baut das Land eine gewaltige Tankerflotte auf, die sich nun vor der Küste staut.
In den vergangenen fünf Tagen lagen die Verschiffungen von Yanbu im Schnitt bei 4,19 Millionen Barrel pro Tag. Vor dem Krieg exportierte Saudi-Arabien insgesamt rund 7 Millionen Barrel täglich. Über Yanbu liefen zuvor lediglich etwa 1,4 Millionen Barrel.
Globale Versorgung unter Druck
Normalerweise fließen etwa 20 Prozent des weltweiten Ölangebots durch die Straße von Hormus. Die Blockade zwingt viele Produzenten in der Region dazu, ihre Förderung zu drosseln, da Lagerkapazitäten an ihre Grenzen stoßen.
Die Internationale Energieagentur warnt laut Bloomberg, der Krieg verursache die größte Angebotsstörung in der Geschichte des Ölmarktes.
Saudi-Arabien mit entscheidendem Vorteil
Saudi-Arabien ist aktuell der einzige große Produzent mit einer funktionierenden Ausweichroute. Die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen zwar ebenfalls über eine Pipeline zum Golf von Oman, doch deren Nutzung ist unsicher. Der wichtige Hafen Fudschaira musste wegen Drohnenangriffen mehrfach den Betrieb einstellen.
Tanker stauen sich vor Yanbu
Während die Exporte wieder anlaufen, entsteht ein neues Problem. Vor Yanbu warten mindestens 32 Supertanker und Suezmax-Schiffe auf Beladung. Weitere sind noch unterwegs.
Die kurzfristigen Verladedaten schwanken stark. Dennoch signalisiert Saudi-Arabien laut Bloomberg, dass es die Lieferungen für internationale Kunden weiter erhöhen will. Stammkunden erhalten bereits die Option, ihre Lieferungen über Yanbu zu beziehen.
Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco äußerte sich auf Anfrage nicht zu den aktuellen Exportmengen.
Hohe Volatilität bei den Verladungen
Die tägliche Verladung in Yanbu erreichte in diesem Monat mehrfach Spitzenwerte von bis zu 4,65 Millionen Barrel. An anderen Tagen lag sie jedoch deutlich darunter.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

