Energie & Geopolitik
Trump droht dem Iran: Eskalation treibt Gaspreise nach oben
Neue Drohungen aus Washington sorgen für Nervosität am Gasmarkt. Europas Preise steigen, während Händler eine Verschärfung der globalen Versorgungslage fürchten.
- US-Drohungen treiben europäische Gaspreise
- Iran droht Gegenangriffen, Hormusverkehr stoppt
- Europas Speicher nur etwa 28 Prozent gefüllt
- Report: Energiepreisschock - Diese 3 Werte könnten langfristig abräumen!
Die europäischen Gaspreise haben zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump den Ton im Konflikt mit dem Iran deutlich verschärft hat. Marktteilnehmer reagieren sensibel auf die wachsende Unsicherheit rund um die Energieversorgung, wie Bloomberg berichtet.
Die Benchmark-Futures stiegen zeitweise um bis zu 3,1 Prozent. Seit Beginn des Kriegs summiert sich der Anstieg bereits auf mehr als 55 Prozent. Händler verweisen auf die zunehmenden Risiken für globale Lieferketten.
Trump setzt Iran unter Druck
Trump drohte, die zentrale Infrastruktur des Irans massiv zu zerstören, falls Teheran seinen Forderungen bis zu einer gesetzten Frist (Dienstag um 20 Uhr Eastern Time) nicht nachkommt. Das US-Militär könne "jede Brücke im Iran bis morgen um 24 Uhr" zerstören, erklärte er. Kraftwerke würden "in Flammen aufgehen, explodieren und nie wieder genutzt werden können".
Zugleich machte Trump die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zur Bedingung für eine Einigung. Die Wiederöffnung sei "eine sehr hohe Priorität".
Iran droht mit Gegenangriffen
Iran warnte laut Marktteilnehmern, im Falle eines Angriffs eigene Attacken auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf auszuweiten. Eine solche Eskalation könnte das globale Angebot weiter verknappen.
Bereits jetzt zeigt sich die Lage angespannt. Nach Angaben von Händlern hat der Iran seit Wochen keinen einzigen Tanker mit Flüssigerdgas durch die Straße von Hormus passieren lassen. Der Verkehr in der strategisch wichtigen Passage ist stark zurückgegangen.
Europas Speicher unter Druck
Für Europa verschärft sich damit die Situation. Die Gasspeicher sind aktuell nur zu etwas mehr als 28 Prozent gefüllt. Eine anhaltende Störung der Lieferketten könnte das Wiederauffüllen vor dem Winter erheblich erschweren.
Zwar geht ein Großteil des Nahost-Gases üblicherweise nach Asien. Doch Ausfälle dort erhöhen den Wettbewerb um die begrenzten globalen Mengen an Flüssigerdgas.
Markt reagiert sofort
Die niederländischen Frontmonats-Futures, maßgeblich für den europäischen Markt, notierten zuletzt bei 50,80 Euro je Megawattstunde. Das entspricht einem Anstieg von rund 1,5 Prozent am Morgen in Amsterdam.
Händler rechnen damit, dass die Preise volatil bleiben. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob sich der Konflikt entschärft – oder weiter eskaliert.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen

