Wegovy-Offensive
Novo Nordisk kontert Eli Lilly mit Mega-Dosis
Novo Nordisk geht in die Offensive: Mit einer deutlich höheren Wegovy-Dosis will der Konzern im boomenden Markt für Abnehmmedikamente verlorene Marktanteile zurückholen und Eli Lilly unter Druck setzen.
- Wegovy HD mit 7,2 mg zielt auf Marktanteile
- US Vertrieb über Apotheken NovoCare Telemedizin
- Experten sehen Kannibalisierung und Margenrisiko
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Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk verschärft den Wettbewerb im boomenden Markt für Abnehmmedikamente. Das Unternehmen hat in den USA eine hochdosierte Variante seines Kassenschlagers Wegovy eingeführt und setzt damit ein klares Signal im Duell mit Rivalen wie Eli Lilly.
Die neue Version mit 7,2 Milligramm Wirkstoff – vermarktet als Wegovy HD – wurde erst im vergangenen Monat im Rahmen eines beschleunigten Prüfverfahrens der Gesundheitsbehörde FDA zugelassen. Bislang lag die maximal erlaubte Dosis für die Gewichtsreduktion bei 2,4 Milligramm.
Novo Nordisk bringt das Präparat nun breit in den US-Markt: Patienten können Wegovy HD über Apotheken, den hauseigenen Service NovoCare sowie ausgewählte Telemedizin-Anbieter beziehen. Preislich setzt der Konzern auf eine gestaffelte Strategie. Selbstzahler sollen rund 399 US-Dollar pro Monat zahlen, während Versicherte mit Rabattprogrammen unter Umständen auf nur 25 US-Dollar kommen.
Der Schritt ist auch als Reaktion auf den zunehmenden Konkurrenzdruck zu verstehen. Novo hatte zuletzt Marktanteile an Eli Lilly verloren, dessen Präparate im Bereich Adipositas stark nachgefragt sind. Parallel arbeitet der Konzern daher an einem vergünstigten Abo-Modell für US-Patienten, um preislich wieder attraktiver zu werden und verlorenes Terrain zurückzuerobern.
Analysten wie Michael Leuchten von Jefferies warnen dennoch: Für Anleger müssen die Abnehmpillen kein Heilsbringer sein. Das Problem liege im Detail: Der Erfolg der neuen Pille drohe das bisherige Kerngeschäft mit den injizierbaren Varianten zu kannibalisieren. Analysten haben ihre Erwartungen für das klassische Spritzen-Portfolio in den USA bereits nach unten korrigiert. Der Markt für GLP-1-Präparate wird zwar immer größer, doch der Preisdruck nimmt rapide zu. Rabatte und die Konkurrenz durch Mitbewerber wie Eli Lilly zehren an den Margen, die jahrelang als unangreifbar galten.
*ab 500 Euro Ordervolumen, zzgl. marktüblicher Spreads und Zuwendungen
"Novo muss die Herausforderungen in seinem Portfolio angehen, die durch die übermäßige Abhängigkeit von Semaglutid entstanden sind", schreibt Analyst Leuchten. Ohne massive Zukäufe oder neue bahnbrechende Wirkstoffe in anderen Bereichen könnte der Konzern in eine Sackgasse geraten, wenn in einigen Jahren die ersten Patente auslaufen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
