WeChat von Tencent als Vorbild
Max statt Telegram? Das steckt hinter Russlands App-Offensive
Max soll Russlands WeChat werden. Warum der Kreml trotz Widerstand der Nutzer an der Telegram-Alternative festhält.
- Kreml will Max als russische WeChat-Alternative
- Nutzer lehnen Max wegen geringer Funktionalität
- 500.000 Unternehmen bereits bei Max registriert
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Russland sieht die WeChat-Messaging-App des chinesischen Technologiekonzerns Tencent und die TikTok-Schwester-App Douyin als Vorbilder für die Entwicklung seiner eigenen, mit Schwierigkeiten zu kämpfenden Messaging-App Max. Dies sagte Wladimir Kirijenko, CEO des staatlich kontrollierten Internetunternehmens VK, am Mittwoch, wie Reuters berichtet.
Der Kreml drängt die Russen dazu, Max anstelle von Telegram, der derzeit beliebtesten Messaging-App des Landes, zu verwenden, stößt dabei aber auf heftigen Widerstand der Nutzer, die argumentieren, dass Max in puncto Funktionalität weit hinter seinem Konkurrenten zurückliegt. Trotz regelmäßiger Angriffe von Regierungen im Laufe der Jahre hat sich Telegram von einer Messaging-App weg entwickelt. Es hat sich hin zu einer Plattform, die Dienstleistungen für Geschäftskunden, Monetarisierungsmöglichkeiten für Content-Ersteller und Krypto-Transaktionen bietet, entwickelt.
Der Kreml betrachtet diese Art von "Plattformökonomie" als sein wichtigstes Instrument zur Ankurbelung des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums. Kiriyenko erklärte, dass Max, ähnlich wie WeChat, seine offene Plattform nutzen werde, um Chatbots von Drittanbietern zu integrieren und so neue Dienstleistungen für Unternehmen zu schaffen. Er fügte hinzu, dass sich bereits 500.000 Unternehmen bei Max registriert hätten.
Kiriyenko sagte auf einer Konferenz in Moskau: "Das asiatische Modell, WeChat, wird oft als Beispiel genannt, das dank seines offenen Systems erfolgreich wurde." Tencent hat beispielsweise letzten Monat ein Tool namens ClawBot auf den Markt gebracht, um WeChat mit OpenClaw zu integrieren, einem Open-Source-KI-Agenten, der Aufgaben wie das Übertragen von Dateien und das Versenden von E-Mails im Namen der Benutzer ausführen kann.
Er ergänzte: "Da die Menschen Inhalte konsumieren, folgen sie auch Content-Erstellern, die bestimmte Produkte und Dienstleistungen in Bereichen wie Schönheit, Gesundheit und Mode bewerben. Deshalb arbeite ich jetzt daran, daraus ein kollaborativeres Format zu entwickeln."
Die Aktie von Tencent ist am Mittwoch (14:10 Uhr, MESZ) auf Tradegat 2,40 Prozent im Plus. Ein Anteilschein kostet 55,40 Euro.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Tencent Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +2,77 % und einem Kurs von 55,60EUR auf Tradegate (08. April 2026, 14:25 Uhr) gehandelt.

