Teure Fehlentscheidung
Studium kostet Vermögen – Amerikas Gen Z setzt längst auf Immobilien
US-Studienkosten explodieren, Schulden steigen – und immer mehr Familien ziehen Konsequenzen. Während Gen Z früher investiert, verschiebt sich leise, aber massiv die Strategie für Vermögensaufbau.
- Eltern priorisieren Hauskauf über Studiengebühren
- Gen Z spart früher und investiert in Roth-IRAs
- Gen Z handelt, IRA Einzahlungen steigen stark
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Eine Generation schreibt den amerikanischen Traum neu. Die Generation Z – deren älteste Mitglieder heute Anfang 30 sind – spart früher, aggressiver und zielorientierter als jede Generation vor ihr. Gleichzeitig stellen immer mehr Familien eine grundlegende Frage neu: Ist ein Universitätsabschluss wirklich noch die beste Investition in die Zukunft ihrer Kinder?
Laut einem neuen Bericht von Northwestern Mutual würden 74 Prozent der Eltern mit Kindern im Haushalt in Betracht ziehen oder haben bereits damit begonnen, finanziell zu planen, um ihren Kindern beim Kauf eines Eigenheims zu helfen. 29 Prozent dieser Eltern sagen sogar, es sei wichtiger, ihren Kindern beim Hauskauf zu helfen, als die Studiengebühren zu bezahlen. Der Hintergrund: In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Studiengebühren an amerikanischen Colleges inflationsbereinigt etwa verdoppelt, der typische Absolvent trägt rund 39.075 US-Dollar Studienschulden – und tritt in einen Arbeitsmarkt ein, der zunehmend schwerer zugänglich ist.
"Eltern suchen nach konkreten Möglichkeiten, die wirtschaftliche Ausgangsbasis ihrer Kinder zu verbessern. Eine Anzahlung, eine Bürgschaft oder Hilfe bei den Abschlusskosten bedeutet unmittelbare Kaufkraft und fungiert oft als generationsübergreifendes Startkapital", erklärte Vermögensberaterin Ashley Russo von Northwestern Mutual gegenüber Fortune. Laut Realtor.com verfügen Amerikaner, die mit 30 ein Eigenheim kaufen, im Alter von 50 über ein um 22,5 Prozent höheres Nettovermögen als Spätkäufer.
Doch die Generation Z wartet nicht nur auf elterliche Hilfe – sie handelt selbst. Die Beiträge zu individuellen Rentenkonten, sogenannten IRAs, haben laut Fidelity Investments ein Rekordhoch erreicht. Insgesamt stiegen die Einzahlungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent, angetrieben vor allem von jungen Sparern.
34 Prozent der IRA-Konten der Generation Z verzeichneten zwischen Januar und März eine Einzahlung – zum Vergleich: bei den Millennials waren es 20 Prozent, bei der Generation X nur 13 Prozent. Besonders beliebt sind Roth-IRAs, bei denen Beiträge nach Steuern eingezahlt werden und das Geld steuerfrei wächst. Die Zahl der neu finanzierten Roth-IRAs stieg laut Fidelity um 45 Prozent. "Es gibt ein breiteres Bewusstsein und leicht zugängliche Informationen. Die Gen Z hat gesehen, wie andere Generationen zu kämpfen hatten. Sie handeln aufgrund dieses Bewusstseins", sagte Rita Assaf, Vizepräsidentin für Altersvorsorgeprodukte bei Fidelity, gegenüber MarketWatch.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
