Das größte Krypto-Geheimnis
Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto enttarnt? NYT nennt einen Namen
Eine umfangreiche Untersuchung bringt neue Bewegung in das größte Rätsel der Krypto-Welt. Analysen von Texten, alten Mails und auffälligen Mustern führen nun zu einem konkreten Verdacht.
- NYT-Untersuchung deutet Adam Back als Satoshi an
- Back erfand 1997 Proof of Work und schrieb sich selbst
- Back bestreitet, NYT nennt Indizien und Risiken
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Wer ist Satoshi Nakamoto? Diese Frage treibt die Kryptowelt seit 17 Jahren um – und die New York Times glaubt nun, eine Antwort gefunden zu haben. Eine rund 10.000 Wörter umfassende Untersuchung unter der Leitung des Investigativreporters John Carreyrou legt nahe, dass der britische Informatiker Dr. Adam Back der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannte Erfinder von Bitcoin sein könnte. Back bestreitet das vehement.
Der Verdacht ist nicht aus der Luft gegriffen. Back erfand 1997 den Proof-of-Work-Algorithmus – das mathematische Fundament, auf dem Bitcoin aufgebaut ist. Kurz vor der Veröffentlichung des Bitcoin-Whitepapers schickte Satoshi Back sogar eine E-Mail – was Carreyrou als bewusste Tarnung wertet: Back habe sich selbst geschrieben, um den Eindruck zweier verschiedener Personen zu erwecken.
Für die Untersuchung trugen Carreyrou und KI-Experte Dylan Freedman sämtliche bekannten Schriften Satoshis zusammen und verglichen sie mit den Archiven dreier Cypherpunk-Mailinglisten aus den 1990er und 2000er Jahren. Das Ergebnis: Back erwies sich in allen drei Schreibanalysen als derjenige, dessen Stil dem von Satoshi am ähnlichsten war. Auffällige Gemeinsamkeiten waren doppelte Leerzeichen zwischen Sätzen, britische Schreibweisen und identische Fehler bei der Verwendung von Bindestrichen. Zudem war Back in den zweieinhalb Jahren, in denen Satoshi regelmäßig online aktiv war, weitgehend aus einschlägigen Foren verschwunden – um kurz nach Satoshis berühmtem Rückzug 2011 wieder aufzutauchen.
Den Anstoß zur Untersuchung gab ausgerechnet eine HBO-Dokumentation. Carreyrou beobachtete darin Backs Auftreten und wurde misstrauisch: "Da ich schon so manchen Lügner kennengelernt und eine gewisse Expertise in Bezug auf ihre Verräterzeichen entwickelt hatte, kam mir Mr. Backs Auftreten – sein unruhiger Blick, sein verlegenes Lachen, die ruckartigen Bewegungen seiner linken Hand – verdächtig vor."
Die Geschichte hat auch eine juristische Dimension. Back ist Gründer der Bitcoin Standard Treasury Company, einem Bitcoin-Treasury-Unternehmen, das mehr als 30.000 Bitcoin hält und kurz vor einem Börsengang steht. Als künftiger Börsenkandidat wäre er nach US-Wertpapierrecht verpflichtet, alle für Anleger wesentlichen Informationen offenzulegen. Ein geheimer Vorrat von 1,1 Millionen Bitcoin – den Satoshi kontrollieren soll – würde laut NYT wohl als wesentlich gelten.
Back selbst wies alle Vorwürfe zurück und erklärte auf X: "Ich bin nicht Satoshi." Ein Sprecher von Blockstream, dem von Back geleiteten Unternehmen, ergänzte: "Der Artikel der New York Times basiert auf einer Indizieninterpretation ausgewählter Details und Spekulationen, nicht auf einem definitiven kryptografischen Beweis."
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Bitcoin wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,17 % und einem Kurs von 70.967USD auf CryptoCompare Index (09. April 2026, 15:33 Uhr) gehandelt.

