Superintelligence-Team liefert
14 Milliarden USD später: Meta bringt endlich ein neues KI-Modell
Meta hat über ein Jahr gebraucht und Milliarden investiert: Jetzt ist Muse Spark da. Das neue KI-Modell holt auf, hinkt aber in wichtigen Bereichen hinterher. Ist das der Wendepunkt oder nur Schadensbegrenzung?
- Muse Spark vorgestellt nach Milliardeninvestment
- Gute Sprach- und Bildleistung, schwach bei Code
- Meta kündigt größere Modelle und API‑Zugang an
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Meta Platforms hat am Mittwoch sein erstes neues KI-Sprachmodell seit mehr als zwölf Monaten vorgestellt. Muse Spark heißt das Modell, das dem Konzern endlich wieder einen Platz im Rennen um die führenden Systeme der Branche sichern soll. Die Anleger zeigten sich erleichtert: Die Meta-Aktie legte im Tagesverlauf um mehr als sechs Prozent zu. Am Donnerstag geht es vorbörslich ebenfalls weiter aufwärts, auch beflügelt von einer Ausweitung der Partnerschaft mit Cloud-Dienstleister Coreweave.
Der Druck auf CEO Mark Zuckerberg im KI-Wettlauf war enorm. Im Frühjahr 2025 hatte der Konzern mit den Llama-4-Modellen eine Bruchlandung hingelegt. Daraufhin holte Zuckerberg den damaligen Scale-AI-Chef Alexandr Wang an Bord, unter einem Deal, der nach Unternehmensangaben einen Gegenwert von rund 14,3 Milliarden US-Dollar hat. Wang leitet seitdem ein neu gegründetes Team namens Meta Superintelligence Labs mit mehr als fünfzig Spezialisten.
Muse Spark ist das erste Produkt dieses Teams – intern unter dem Codenamen Avocado entwickelt. Meta positioniert das Modell als kompaktes, schnelles System, das dennoch in der Lage sein soll, komplexere Aufgaben in Naturwissenschaften, Mathematik und Gesundheitsfragen zu bewältigen. Zunächst steht es nur in der wenig genutzten Meta-AI-App zur Verfügung; in den kommenden Wochen soll es die bestehenden Sprachmodelle in WhatsApp, Instagram, Facebook und Metas Smartglass-Produkten ablösen.
Unabhängige Evaluierungen zeichnen ein durchwachsenes Bild für Metas neues KI-Flagschiff. Bei Sprach- und Bildverständnis hält es mit den Topmodellen von Google, OpenAI und Anthropic mit – bei Programmieraufgaben und abstraktem Schlussfolgern liegt es dagegen deutlich zurück.
Wang selbst sprach in sozialen Medien offen von „rauen Kanten", die man sukzessive glätten werde. Größere Versionen des Modells befänden sich bereits in der Entwicklung; zumindest einen Teil davon will Meta als Open-Source-Variante veröffentlichen. Damit weicht der Konzern von seiner bisherigen offenen Llama-Linie ab: Muse Spark wird vorerst nur ausgewählten Partnern über eine API-Schnittstelle zugänglich gemacht.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
